Webinar neu

Michael Scherling am 4. Mai 2020

https://finum.webinargeek.com/rational-investieren-in-krisenzeiten‑6 (https://finum NULL.webi­n­ar­geek NULL.com/­ra­tio­nal-inves­tie­ren-in-kri­sen­zei­ten‑6)

Dies­mal auch mit einem detail­lier­te­ren Aus­blick für Infla­ti­on und Defla­ti­on.

Webinar-Link

Michael Scherling am 14. April 2020

Hier der Link zum aktu­ells­ten Webi­nar zum The­ma “Ratio­nal Inves­tie­ren in Kri­sen­zei­ten”

Ger­ne kön­nen Sie mich per­sön­lich dazu kon­tak­tie­ren: michael.scherling@deroekonom.at

https://finum.webinargeek.com/rational-investieren-in-krisenzeiten‑3 (https://finum NULL.webi­n­ar­geek NULL.com/­ra­tio­nal-inves­tie­ren-in-kri­sen­zei­ten‑3)

Rational agieren in Krisenzeiten!

Michael Scherling am 3. April 2020

Der­zeit gilt es, sehr vie­le Hin­ter­grün­de zu beleuch­ten, was in einem Blog nicht mög­lich ist.

Ich habe mich daher ent­schie­den, 30-Minu­ten-Web-Kon­fe­ren­zen zu machen. Auf Grund der hohen Nach­fra­ge fin­den die­se der­zeit wöchent­lich statt.

Anmel­den kön­nen Sie sich hier:

https://finum.webinargeek.com/rational-investieren-in-krisenzeiten‑3 (https://finum NULL.webi­n­ar­geek NULL.com/­ra­tio­nal-inves­tie­ren-in-kri­sen­zei­ten‑3)

Update Corona

Michael Scherling am 13. März 2020

Men­schen sind wirk­lich enorm irra­tio­na­le Wesen!

Die Psy­cho­lo­gen sagen uns, dass wir Unsi­cher­heit als schlim­mer emp­fin­den als einen siche­ren schlech­ten Aus­gang.

Wenn wir also fix wüss­ten dass es zB 20.000 Coro­na-Tote geben wird, wären wir ent­spann­ter als jetzt, wo wir es nicht wis­sen.

Ganz extrem ist die Irra­tio­na­li­tät an den Bör­sen zu erken­nen:

Jeder weiss, dass man Akti­en­an­la­gen kei­nes­falls auf weni­ger als 5 Jah­ren täti­gen soll.

Ich habe noch nie­man­den getrof­fen, der davon aus­geht, dass Coro­na in 5 Jah­ren die Welt­wirt­schaft noch beein­träch­ti­gen wird.

War­um herrscht dann Panik an den Bör­sen???

Schlaue Anle­ger den­ken anti­zy­klisch, blei­ben ratio­nal und erhö­hen jetzt den Akti­en­an­teil!

Fazit: blei­ben Sie ent­spannt und ratio­nal!

Corona und die ökonomischen Folgen

Michael Scherling am 27. Februar 2020

Ein hoch anste­cken­des, durch die Luft über­tra­ge­nes Patho­gen wie die spa­ni­sche Grip­pe im Jahr 1918 könn­te heu­te laut Exper­ten­aus­sa­gen in weni­gen Mona­ten 33 Mio. Men­schen töten. Auch wenn Coro­na nicht so aggres­siv ist, sind die Aus­wir­kun­gen nicht nur mensch­lich enorm, son­dern auch wirt­schaft­lich:

  • Die Pro­duk­ti­on vie­ler Güter kommt zum Erlie­gen
  • Vie­le Unter­neh­men kön­nen wegen feh­len­der Ein­nah­men kei­ne Löh­ne zah­len und Kre­di­te nicht mehr bedie­nen
  • Ein Kon­junk­tur­ein­bruch ist unver­meid­lich

Brei­tet sich das Virus bei uns ähn­lich wie in Chi­na aus, sind die­se Fol­gen nicht frag­lich, son­dern sicher. Nach­dem ein tota­li­tä­res Sys­tem wie das chi­ne­si­sche viel leich­ter Aus­gangs­sper­ren und rigo­ro­se Kon­trol­len durch­set­zen kann als wir Euro­pä­er, ist eine Ver­brei­tung schwie­rig auf­zu­hal­ten.

Was bedeu­tet das nun für Ver­an­la­gun­gen wie Invest­ment­fonds und Akti­en?

Nach 2 Tagen am wich­tigs­ten Fonds­kon­gress Öster­reichs und einem Mit­tag­essen mit den 3 füh­ren­den Kapi­tal­markt­ex­per­ten des gesam­ten deutsch­spra­chi­gen Raums möch­te ich Ihnen fol­gen­de Zusam­men­fas­sung geben:

Wer den Feh­ler macht, nur in ein­zel­ne Akti­en zu inves­tie­ren, muss mit kon­kurs­be­ding­ten Aus­fäl­len rech­nen. Mit einer brei­ten inter­na­tio­na­len Streu­ung hat man die­ses Pro­blem nicht.

Nach­dem Viren hei­ße Tem­pe­ra­tu­ren nicht gut ver­tra­gen und die medi­zi­ni­sche Bekämp­fung vor­an­schrei­tet, ist Coro­na nach aller Vor­aus­sicht bis Juli weit­ge­hend ver­schwun­den.

Wich­tig: Coro­na ist kein Krieg – es wird nichts dau­er­haft zer­stört. Für einen Anle­ger, der auf 5, 10 oder 15 Jah­re Geld anlegt, ist die Ent­wick­lung Febru­ar bis Juli 2020 irrele­vant.

Die Bewer­tung der Akti­en­märk­te ist nicht höher als vor 30 Jah­ren (und viel güns­ti­ger als vor 20 Jah­ren). Nach­dem sich Immo­bi­li­en­prei­se in 10 Jah­ren ver­dop­pelt haben und Spar­bü­cher, Bau­spar­ver­trä­ge und Anlei­hen kei­ne Ver­zin­sung mehr haben, sind Akti­en­an­la­gen für die nächs­ten 10 Jah­re eine der weni­gen inter­es­san­ten Anla­ge­klas­sen.

Bis heu­te sind die Kur­se vom Höchst­stand um mehr als 10% gesun­ken und somit noch güns­ti­ger gewor­den. Die welt­wei­te Gewinn­ren­di­te der Akti­en­märk­te liegt bei rund 6% und ist damit kon­kur­renz­los hoch.

Fazit: Es ist Zeit, ratio­nal zu agie­ren. Wirk­li­che Pro­fis begin­nen schon, den Akti­en­an­teil zu erhö­hen. Sie soll­ten das auch tun!

Zur Lage der Nation – und der Welt

Michael Scherling am 22. Januar 2020

Der Jän­ner eig­net sich sehr gut für Aus­bli­cke – aber kei­ne Pro­gno­sen, denn die­se sind, wie wir wis­sen, sinn­los und unmög­lich.

Eini­ge Din­ge sind klar: poli­ti­sche Unsi­cher­hei­ten wird es wei­ter­hin geben, sie sind aber für Ent­schei­dun­gen im Geld­an­la­ge­be­reich nicht sehr rele­vant (sie­he https://www.deroekonom.at/2019/01/geld-anlegen-in-zeiten-der-politischen-unsicherheit/).

Für einen Anla­ge­zeit­raum von unter 5 Jah­ren Geld anzu­le­gen ist wegen der ver­fehl­ten Null­zins­po­li­tik der Zen­tral­ban­ken immer noch schwie­rig.

Erfreu­li­cher­wei­se sind aktu­ell kei­ne Rie­sen-Ungleich­ge­wich­te zu erken­nen, die eine gro­ße Kri­se wie im Jahr 2008 ver­mu­ten lie­ßen.

Ers­te Indi­ka­to­ren wei­sen sogar dar­auf hin, dass sich die Welt­wirt­schaft lang­sam aber doch erholt und eine star­ke Rezes­si­on sehr unwahr­schein­lich wer­den lässt. Hier hilft auch die Unter­stüt­zung durch die Noten­ban­ken. Hohe Lohn­er­hö­hun­gen in Euro­pa und USA stüt­zen den Kon­sum und sta­bi­li­sie­ren die Wirt­schaft.

Quel­le: JP Mor­gan Asset Manage­ment, Gui­de to the mar­kets 2020 01

Wie in der Gra­fik zu sehen ist, sinkt die Arbeits­lo­sig­keit, was den volks­wirt­schaft­li­chen Kon­sum sta­bi­li­siert.

Die ent­ge­gen vie­ler Markt­kom­men­ta­re nicht über­be­wer­te­ten Akti­en­märk­te sind auf län­ge­re Sicht wei­ter­hin inter­es­sant und wer­den rund 5% jähr­li­chen Durch­schnitts­er­trag ermög­li­chen.

Fazit: klingt nach einem lang­wei­lig guten Jahr, aber die Erfah­rung lehrt uns, dass es zwar gut wer­den kann, aber sicher nicht lang­wei­lig.

Schwankungen und Risiko

Michael Scherling am 25. November 2019

Seit eine fran­zö­si­sche Ex-Poli­ti­ke­rin Che­fin der Euro­päi­schen Zen­tral­bank ist, ist auch klar, dass es in den nächs­ten Jah­ren kei­ne Zins­er­hö­hun­gen geben wird.

Somit wer­den wir auf Kon­ten und Spar­bü­chern wei­ter­hin viel Geld ver­lie­ren. Bei einer Sum­me von z.B. 100.000€ ver­liert man in 10 Jah­ren durch die Infla­ti­on rund 15.000€ an Kauf­kraft.

Um dem zu ent­ge­hen, muss man das Geld sinn­voll anle­gen. Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher wol­len das aller­dings risi­ko­los tun. Es ist daher wich­tig, zwi­schen Risi­ko und Schwan­kun­gen zu unter­schei­den:

Vor­ab: ohne Schwan­kun­gen gibt es kei­nen Ertrag mehr. Das gilt auch, wenn man mit „nur“ 3% Ertrag zufrie­den ist.

Risi­ko bedeu­tet aus mei­ner Sicht, dass ein Groß­teil oder das gan­ze Geld für
immer weg ist.

Bei­spie­le für Risi­ko sind Immo­fi­nanz-Akti­en oder die Wien­wert-Anlei­hen. Span­nend dabei: bei­de Titel hat­ten lan­ge Zeit fast kei­ne Schwan­kun­gen, waren aber immer schon extrem ris­kant!

Gegen­bei­spiel dafür ist ein Port­fo­lio aus Akti­en­fonds oder Akti­en­in­di­ces:
sie schwan­ken hef­tig und wer­den des­halb von der Bevöl­ke­rung als „ris­kant“ wahr­ge­nom­men.
Dabei ist es so gut wie aus­ge­schlos­sen, dass das Geld lang­fris­tig ver­lo­ren
geht:

So lan­ge es Men­schen gibt, wird es auch Unter­neh­men geben. Wenn ich über breit gestreu­te Fonds Antei­le an z.B. 1.000 Unter­neh­men (Akti­en) habe, ist es belang­los, wenn ein­zel­ne Fir­men in Kon­kurs gehen.

Zu beach­ten ist dann nur noch die Anla­ge­dau­er: unter 5 Jah­ren ist kri­tisch, da in die­sem Zeit­raum his­to­ri­sche Ver­lus­te von 20% und mehr nicht unüb­lich waren. Bei 20 Jah­ren Ver­an­la­gungs­dau­er hin­ge­gen gab es in den letz­ten 220 Jah­ren trotz diver­ser Krie­ge und Kri­sen kei­ne Ver­lus­te mit breit gestreu­ten Akti­en.

Bei Anla­gen in Bereich 5 – 20 Jah­re liegt der „risi­ko-opti­ma­le“ Akti­en­an­teil zwi­schen 20 und 90%.

Fazit: kau­fen Sie Anla­gen mit Schwan­kun­gen, aber ohne Risi­ko!

Ökonomie und Ökologie

Michael Scherling am 9. Oktober 2019

Als nach­hal­tig den­ken­der Öko­nom, der in Kür­ze sein Elek­tro­au­to mit selbst erzeug­ter Pho­to­vol­ta­ik-Ener­gie antrei­ben wird, nur regio­na­le Bio­pro­duk­te kauft, kei­ne Fern­rei­sen macht und mit dem Zug ins Büro fährt, schre­cke ich mich doch immer wie­der, wie sehr die fal­schen The­men in den Medi­en dis­ku­tiert wer­den.

Bes­tes Bei­spiel: CO2-Steu­ern: Schwe­den wird als Vor­bild für CO2-Reduk­ti­on genannt. In den ers­ten 18 Jah­ren nach Ein­füh­rung der Steu­er stie­gen die Emis­sio­nen aber kräf­tig wei­ter. Erst der Ein­satz von Bio­die­sel stopp­te den Trend. Dum­mer­wei­se kommt der Roh­stoff dafür (Palm­öl­pro­duk­te!!!) größ­ten­teils aus Malay­sia und Indo­ne­si­en und rich­tet dort wohl viel mehr Scha­den für unser Kli­ma an als die Schwe­den Vor­tei­le haben.

Der wirk­sams­te Kli­ma­schutz ist Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le. Die im Schnitt 1,5 Gebur­ten pro Frau in Euro­pa füh­ren mit­tel­fris­tig auto­ma­tisch zu weni­ger Men­schen und damit weni­ger CO2. Lei­der wer­den Indi­en mit 2,5 Kin­dern pro Frau oder Nige­ria mit 7 Kin­dern unse­ren Pla­ne­ten enorm belas­ten.

Ver­zicht ist Unsinn: so erfreu­lich die Initia­ti­ve jun­ger Men­schen ist, so naiv sind die Lösungs­vor­schlä­ge. 90% der CO2-Belas­tun­gen kom­men nicht aus der EU. Es wäre also sinn­vol­ler, für Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le in Afri­ka und Asi­en zu demons­trie­ren, als für CO2-Reduk­ti­on in Öster­reich.

Ver­trei­ben wir die Pro­duk­ti­on mit hohen CO2-Abga­ben aus Öster­reich, ver­nich­ten wir nicht nur Arbeits­plät­ze, son­dern schä­di­gen das Kli­ma: Der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck ver­dop­pelt sich bei Ver­la­ge­rung ins Aus­land. Wir haben die sau­bers­ten Indus­tri­en welt­weit: die che­mi­sche Indus­trie etwa ver­ur­sacht nur halb so viel Emis­sio­nen wir im EU-Schnitt. Für jede zusätz­li­che Ton­ne CO2 in Öster­reich könn­ten glo­bal 1,9 Ton­nen CO2 ein­ge­spart wer­den.

Wohl­stand ist der bes­te Kli­ma­schutz: die Men­schen, die sich gera­de so viel Koh­le leis­ten kön­nen, um nicht frie­ren zu müs­sen, kön­nen sich nicht den “Luxus” leis­ten, über kli­ma­scho­nen­de Alter­na­ti­ven nach­zu­den­ken. Wir wohl­ha­ben­den Län­der kön­nen das, sind aber in Euro­pa nur für 10% der Emis­sio­nen ver­ant­wort­lich. Wirt­schafts­wachs­tum und die damit ver­bun­de­ne Wohl­stands­ver­meh­rung sind die ein­zi­ge Mög­lich­keit, den Pla­ne­ten zu ret­ten.

Tech­no­lo­gie ist die Lösung: es gibt bereits Algen, die idea­ler Kero­sin­er­satz sind (nur die groß-indus­tri­el­le Pro­duk­ti­on dau­ert noch). Genau wie das Ozon­loch durch Tech­no­lo­gie geschlos­sen wur­de (Ersatz der Flu­or­chlor­koh­len­was­ser­stof­fe), ist auch das Welt­kli­ma nur mit moderns­ter Tech­nik zu ret­ten. Ob das die CO2-Ein­la­ge­rung im Gestein, das Auf­fors­ten der Wäl­der oder Algen­tech­no­lo­gie ist – wir soll­ten die Mil­li­ar­den, die wir durch Wirt­schafts­wachs­tum gene­riert haben, in For­schung ste­cken und den Grün-Popu­lis­ten Ein­halt gebie­ten.

Buch-Tipp: Paul Haw­ken, Draw­down Der Plan

Noch eine Ergän­zung zur Idee des Ver­zichts (Quel­le: Bert Floss­bach, 15.11.2019, www.flossbachvonstorch.at/de/news):

Kann erzwungener Verzicht die Lösung sein?

Abge­se­hen davon, dass es kei­ne legi­ti­mier­te und akzep­tier­te Instanz gibt, die bestim­men kann, was im Ein­zel­fall kon­kret als unver­zicht­bar gilt, mag dies für all jene, die weder auf einen Job noch die Seg­nun­gen der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me ange­wie­sen sind, als gang­ba­rer Weg erschei­nen.

Wer aber einen Arbeits­platz braucht, Leis­tun­gen der Kran­ken­kas­se in Anspruch neh­men möch­te und im Alter auf eine Ren­te ange­wie­sen ist, wird einen Schrump­fungs­kurs der Wirt­schaft mit aller Här­te am eige­nen Lei­be zu spü­ren bekom­men. Eine mas­si­ve Schrumpf­kur führt zu Arbeits­lo­sig­keit, implo­die­ren­den Steu­er­ein­nah­men und – auf­grund der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung – zu einem Kol­laps der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me. Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit, Armut und har­te gesell­schaft­li­che Kon­flik­te wären die Fol­gen. Auch das Kli­ma wür­de lei­den, denn Kli­ma­schutz wäre dann wohl kaum noch auf der Agen­da einer um ihre Exis­tenz kämp­fen­den Bevöl­ke­rung. Die Inno­va­tions- und Inves­ti­ti­ons­dy­na­mik wür­de erlah­men und damit wären sowohl die öko­no­mi­sche als auch die öko­lo­gi­sche Basis heu­ti­ger und zukünf­ti­ger Genera­tio­nen zer­stört.

Spä­tes­tens dann frisst die Revo­lu­ti­on ihre Kin­der, und die heu­te Ankla­gen­den säßen selbst auf der Ankla­ge­bank und müss­ten sich wohl fol­gen­den Vor­wurf anhö­ren: „Wohl­mei­nend habt ihr die Umwelt ret­ten wol­len, doch wie konn­tet ihr nur glau­ben, dass mit der Abschaf­fung der SUVs, ein paar Euro Umwelt­ab­ga­be fürs Flie­gen und Las­ten­rä­dern für den Stadt­ver­kehr der Kli­ma­wan­del zu stop­pen sei? War­um habt ihr euch kon­struk­ti­ven Lösun­gen ver­wei­gert, war­um die Markt­wirt­schaft ver­teu­felt und damit unse­re öko­no­mi­sche Zukunft ver­spielt?“

Der Niedergang des Euro

Michael Scherling am 13. Juli 2019

Die schlech­ten Aus­sich­ten für den Euro las­sen sich in einem Satz zusam­men­fas­sen:

Eine fran­zö­si­sche Juris­tin und Ex-Poli­ti­ke­rin wird Che­fin der Euro­päi­schen Zen­tral­bank!

Das durch einen poli­ti­schen Kuh­han­del ent­stan­de­ne Desas­ter besteht aus genau die­sen drei Tei­len:

  • Frank­reich steht nicht nur für mehr Schul­den, son­dern auch für eine Ver­ge­mein­schaf­tung der Schul­den. Staats­an­lei­hen sol­len aus­ge­ge­ben wer­den, für die alle Staa­ten haf­ten. Auf lan­ge Frist zah­len dann die sta­bi­len Nord-Län­der für die Schul­den­po­li­tik der Süd-Län­der.
  • Als Poli­ti­ke­rin in Frank­reich ist Frau Lagar­de nicht durch beson­de­re öko­no­mi­sche Kom­pe­tenz auf­ge­fal­len.
  • Ein Zen­tral­bank­chef soll­te den Poli­ti­kern die kom­ple­xen Zusam­men­hän­ge der Geld­po­li­tik erklä­ren und sach­lich han­deln. Mit der beruf­li­chen Erfah­rung aus einer US-Anwalts­kanz­lei wird das nicht gelin­gen. Für Ihren aktu­el­len Job als Che­fin des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds war sie eben­falls nicht qua­li­fi­ziert. Ihre Aus­sa­gen stan­den immer wie­der im Wider­spruch zu den Über­zeu­gun­gen der Exper­ten die­ser Insti­tu­ti­on.

Für uns in Öster­reich bedeu­tet Frau Lagar­de, dass die Zin­sen für lan­ge Zeit bei Null blei­ben und sogar Nega­tiv­zin­sen auf Kon­ten und Spar­bü­chern denk­bar wer­den. Der Euro kann sich ohne Zin­sen kaum auf­wer­ten. Das hilft zwar kurz­fris­tig den export­ori­en­tier­ten Fir­men, scha­det aber unse­rem Wohl­stand: Wir zah­len mehr für Ben­zin, Urlaubs­rei­sen und sämt­li­che impor­tier­te Waren.

Fazit: Der Nie­der­gang Euro­pas hat ohne­hin schon begon­nen, weil die arbeits­fä­hi­ge Bevöl­ke­rung sta­gniert und wir den Chi­ne­sen und Ame­ri­ka­nern auch durch die poli­ti­sche Zer­split­te­rung der EU nichts mehr ent­ge­gen­hal­ten kön­nen. Eine unqua­li­fi­zier­te Prä­si­den­tin der euro­päi­schen Zen­tral­bank wird den Ver­fall zusätz­lich ver­stär­ken.

Rezession oder doch nicht?

Michael Scherling am 6. Juni 2019

Noch vor einem Jahr herrsch­te Hoch­kon­junk­tur — in Deutsch­land waren die Holz­pa­let­ten so knapp, dass es War­te­zei­ten gab, bis die Fir­men Ihre Waren trans­por­tie­ren konn­ten.

Durch Han­dels­krieg und das natür­lich Auf und Ab der Kon­junk­tur hat sich das Bild sehr schnell gewan­delt. Die Zah­len bekommt man erst im Nach­hin­ein, aber es wür­de mich nicht wun­dern, wenn die Unter­neh­men (spe­zi­ell in Euro­pa) bereits in einer Rezes­si­on steck­ten.

Unsi­cher­heit hält Fir­men von Inves­ti­tio­nen ab und inter­na­tio­na­le Waren­strö­me sind durch die Han­dels­kon­flik­te gestört.

Den­noch ist eine gro­ße Kri­se wie 2008 weit und breit nicht zu sehen. Es gibt auch einen ein­fa­chen Grund dafür:

Wirk­lich schlim­me Kri­sen gehen immer von einer Über­schul­dung der Pri­vat­haus­hal­te aus. Das war in den 30er Jah­ren so und auch 2008, als über­schul­de­te Immo­bi­li­en­be­sit­zer in USA, Spa­ni­en, Irland etc. kein Geld mehr für den Kon­sum hat­ten und die Abwärts­spi­ra­le schwer zu durch­bre­chen war.

Aktu­ell sind nicht nur in USA die Lohn­stei­ge­run­gen mit rund 3% so hoch wie schon vie­le Jah­re nicht mehr, son­dern auch in vie­len Län­dern Euro­pas. Mehr Ein­kom­men der Pri­va­ten ver­hin­dert eine schlim­me Kri­se, weil dadurch die Fir­men mehr ver­kau­fen kön­nen und der Staat wei­ter­hin schö­ne Steu­er­ein­nah­men hat.

Wenn 2 von 3 Akteu­ren einer Volks­wirt­schaft (Pri­va­te, Staat und Unter­neh­men) in guter Ver­fas­sung sind, sinkt das Risi­ko einer Kri­se.

Zusätz­lich sind durch die nied­ri­gen Zin­sen auch die bestehen­den Schul­den sehr gut trag­bar. Der Anteil der Kre­dit­zah­lun­gen am ver­füg­ba­ren Ein­kom­men ist in den meis­ten Län­dern auf einem Rekord­tief.

Fazit: Auch wenn es den Unter­neh­men der­zeit schlecht geht, ist eine schlim­me Kri­se nicht abseh­bar.