Energieverbrauch von Zahlungsmitteln

Michael Scherling am 24. Mai 2018

Aus­nahms­wei­se möch­te ich einen Arti­kel nicht selbst schrei­ben, son­dern auf einen Blog­ar­ti­kel der Secu­ri­ty KAG ver­wei­sen. Er ist bes­ser als ich es schaf­fen wür­de!

https://www.securitykag.at/news/blogdetails/?no_cache=1&tx_news_pi1%5Bnews%5D=638&cHash=a6a87501d876c373a0a7059d8a1f6520 (https://www NULL.secu­ri­ty­kag NULL.at/news/blogdetails/?no_cache=1&tx_news_pi1%5Bnews%5D=638&cHash=a6a87501d876c373a0a7059d8a1f6520)

Ist der Aufschwung schon wieder vorüber?

Michael Scherling am 26. April 2018

Seit Beginn des Jah­res haben sich die Kon­junk­tur­in­di­ka­to­ren ein­ge­trübt und seit Febru­ar sin­ken die Kur­se an den welt­wei­ten Akti­en- und Anlei­he­märk­ten. Kaum mer­ken wir einen Auf­schwung in Euro­pa, ist er auch schon wie­der vor­bei?

Um die­se Fra­ge zu beant­wor­ten müs­sen wir uns die Grün­de für die Rück­gän­ge anschau­en:

- Angst vor Han­dels­krieg

- Angst vor stark stei­gen­den Zin­sen

- Angst vor über­höh­ten Bör­sen­kur­sen und Über­schul­dung

Unter­neh­men inves­tie­ren ungern, wenn hohe Unsi­cher­heit herrscht. Genau die wird durch die Trump-Poli­tik erzeugt. Inhal­tich ist die­se Poli­tik aber ver­ständ­lich, wenn man weiß, dass Euro­pa höhe­re Zöl­le als die USA ver­langt und Chi­na kei­nen frei­en Markt­zu­tritt erlaubt, son­dern geis­ti­ges Eigen­tum stiehlt, indem aus­län­di­sche Fir­men gezwun­gen wer­den, mit ein­hei­mi­schen Fir­men Gemein­schafts­un­ter­neh­men zu grün­den, an denen die Chi­ne­sen min­des­tens 51% hal­ten.

Ähn­li­che Maß­nah­men hat aber schon Georg Bush jun. erlas­sen, um sie nach kur­zer Zeit wie­der zurück­zu­neh­men, weil zu vie­le US-Arbeits­plät­ze durch die Zöl­le gefähr­det waren. Alles deu­tet dar­auf hin, dass Trump nur droht, um einen „Deal“ zu machen. Als Geld­an­le­ger spielt das The­ma ohne­hin kei­ne Rol­le, da jede Ver­an­la­gung auf weni­ger als 5 Jah­re sinn­los ist und nach 5 Jah­ren die aktu­el­len Han­dels­kriegs­dro­hun­gen kei­ne Rol­le mehr spie­len wer­den.

Ähn­lich ver­hält es sich bei den stei­gen­den Zin­sen: In der Euro­zo­ne ist ein star­ker Anstieg aus­ge­schlos­sen, weil Staa­ten wie Ita­li­en sehr schnell in Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten kom­men wür­den. Nach­dem die Euro­päi­sche Zen­tral­bank dazu gemacht ist, den Euro zu beschüt­zen, muss die dar­auf Rück­sicht neh­men und wird die Zin­sen extrem lang­sam und vor­sich­tig erhö­hen.

Über­höh­te Bör­sen­kur­se gibt es viel­leicht bei eini­gen Inter­net­un­ter­neh­men, aber der Rest steht infla­ti­ons- und gewinn­be­rei­nigt nicht höher als vor 20 Jah­ren. Eine Bla­sé ist defi­ni­tiv nicht zu erken­nen.

Über­schul­dung gibt es sicher­lich bei vie­len US- und chi­ne­si­schen Unter­neh­men. Die­se pro­fi­tie­ren aller­dings immer noch von tie­fen Zin­sen. Im Fall Chi­nas kann zusätz­lich der kaum ver­schul­de­te Staat die Schul­den­last locker über­neh­men.

Wirk­lich schlim­me Kri­sen gehen fast immer von einer Über­schul­dung der Pri­vat­haus­hal­te aus (z.B. Spa­ni­en und USA 2007 oder Japan 1991). Der Anteil von Schul­den­zah­lun­gen vom lau­fen­den Ein­kom­men ist welt­weit so gering wie vor 15 Jah­ren. Gefahr droht aus die­ser Ecke also kei­ne.

Fazit: Ent­war­nung! Die Kon­junk­tur wird noch eini­ge Zeit gut lau­fen und ein Ein­bruch wie 2008 an den Wert­pa­pier­märk­ten steht nicht bevor.

Sind Indexfonds/ETFs besser als aktive Fonds?

Michael Scherling am 24. Januar 2018

Wenn man Geld ver­an­la­gen will, stößt man fast auto­ma­tisch auf Indexfonds/ETFs. Sie sind schnel­ler han­del­bar, güns­ti­ger und bil­den einen gan­zen Markt ab. In den USA wer­den bereits 60% aller Anla­gen in sol­che ETFs inves­tiert.

War­um sind nun akti­ve Fonds schlech­ter?

  • Weil vie­le Ban­ken, um Geld zu ver­die­nen, Fonds in allen Seg­men­ten auf­le­gen, auch dort wo sie kei­ne Kom­pe­ten­zen haben. Sie inves­tie­ren dann so ähn­lich wie der Index, haben aber hohe Kos­ten. Rech­net man die­se nutz­lo­sen Ban­ken-Fonds her­aus, sind akti­ve Fonds bes­ser als ETFs/Indexfonds.

Zusätz­lich gilt es eini­ge Din­ge zu beach­ten:

  • ETFs in Anlei­hen sind grund­sätz­lich frag­wür­dig, weil man auto­ma­tisch von den größ­ten Schuld­nern die meis­ten Antei­le kauft. Bei einem euro­päi­schen Anlei­he-ETF erwirbt man sehr vie­le Ita­lie­ni­sche Staats­an­lei­hen – wer will das schon?
  • Pas­si­ves Inves­tie­ren gibt es nicht! Jeder Inves­tor muss aktiv aus­su­chen in wel­chen ETF er inves­tiert. Euro­päi­schen Inves­to­ren haben in den letz­ten 10 Jah­ren vor allem in den Euro Sto­xx 50 inves­tiert, weil er die größ­ten 50 Fir­men abbil­det. Das war eine sehr schlech­te Wahl. Grund: im Index sind zu vie­le Ban­ken und Ver­si­che­run­gen ent­hal­ten. 2007 war das aber kaum einem ETF-Inves­tor bewusst.

Wenn Sie nun wie die meis­ten Inves­to­ren der­zeit den Welt­ak­ti­en­in­dex MSCI World ETF kau­fen, bekom­men Sie zu fast 60% US-Unter­neh­men und haben nicht nur ein sehr ein­sei­ti­ges Invest­ment (z.B. ist Asi­en fast nicht ent­hal­ten), son­dern wegen des Dol­lar­ver­falls in 2017 zeit­wei­se über 10% Wäh­rungs­ver­lust.

Für einen pro­fes­sio­nel­len Anle­ger aus den USA kann es sinn­voll sein, einen ETF auf den S&P 500 zu kau­fen, der die 500 größ­ten US-Unter­neh­men ent­hält. Tat­säch­lich schlägt dort kaum ein Fonds­ma­na­ger den Index. In Märk­ten wie Asi­en aber kauft man mit einem Index­fonds vor allem chi­ne­si­sche, halb­staat­li­che Unter­neh­men, die auch poli­ti­sche Auf­ga­ben erfül­len müs­sen und sich sehr schlecht ent­wi­ckeln.

Rie­si­ge Pro­ble­me wird es geben, wenn die Märk­te nach eini­gen guten Jah­ren in Zukunft wie­der ein­mal kräf­tig fal­len. Dann ver­kau­fen vie­le Inves­to­ren – die ETFs kön­nen aber nicht wie ein Fonds­ma­na­ger auf güns­ti­ge Zeit­punk­te war­ten, son­dern müs­sen sofort und zu jedem Preis ver­kau­fen. Beson­ders bei klei­ne­ren Akti­en und noch schlim­mer bei Anlei­hen kann das zu enor­men Ver­lus­ten füh­ren, die die Ver­lus­te des Index über­tref­fen.

Zu beach­ten ist auch, dass es ETFs gibt, die syn­the­tisch repli­ziert sind, also nicht mit rea­len Akti­en hin­ter­legt sind. Im Kon­kurs­fall der Bank kann das zu Pro­ble­men füh­ren.

Fazit: ETFs kön­nen in Ein­zel­fäl­len für insti­tu­tio­nel­le Inves­to­ren sinn­voll sein. Als Pri­vat­in­ves­tor muss man sich schon exzel­lent aus­ken­nen, um kei­ne Ver­mö­gens­ver­lus­te befürch­ten zu müs­sen.

Bitcoin&Co

Michael Scherling am 13. Dezember 2017

Die Schwei­zer Natio­nal­bank kauft mit künst­lich gedruck­tem Geld welt­weit Fir­men­an­tei­le auf, in Japan sind bald 50% der Staats­schuld in Hän­den der Zen­tral­bank und bei uns wer­den Spar­gut­ha­ben ent­wer­tet, weil der Zins viel gerin­ger als die Infla­ti­ons­ra­te ist.

In Sum­me spricht also Vie­les gegen die Soli­di­tät unse­rer Wäh­run­gen. Kein Wun­der also, dass Kryp­towäh­run­gen gefragt sind. Gepaart mit der Fas­zi­na­ti­on der tech­no­lo­gi­schen Neue­rung Block­chain stei­gen die Kur­se von Kryp­towäh­run­gen mas­siv an und auch in Öster­reich gibt es die ers­ten Bit­coin-Mil­lio­nä­re.

Wer­den nun unse­re Wäh­run­gen spä­tes­tens nach der nächs­ten Finanz­kri­se durch Bitcoin&Co ersetzt?

Durch­set­zen wird sich jeden­falls die dahin­ter­ste­hen­de Tech­no­lo­gie Block­chain, die z.B. sehr gut geeig­net ist, um unser Sys­tem des Grund­buchs kos­ten­güns­tig und effi­zi­ent zu erset­zen.

Eine Eig­nung als Wäh­rung ist aller­dings weni­ger gege­ben:

+ Viel­fach wird argu­men­tiert, dass Bit­coin nicht belie­big ver­mehr­bar ist (wie Gold). Nach­dem es aber inzwi­schen hun­der­te von Kryp­towäh­run­gen gibt und nicht klar ist, wel­che sich durch­set­zen wird (es gibt tech­nisch bes­se­re mit gerin­ge­ren Kos­ten als Bit­coin), sind Kryp­towäh­run­gen sehr wohl ver­mehr­bar.

+ Die erfor­der­li­che enor­me Rech­ner­leis­tung beim Erzeu­gen und Han­deln mit Bit­coin braucht so viel Strom, dass die welt­wei­te Ener­gie­pro­duk­ti­on nicht aus­reicht, um einen brei­ten Ein­satz als Wäh­rung zu ermög­li­chen.

+ Zen­tral­ban­ken und Regie­run­gen las­sen nie­mals zu, dass sie das Mono­pol auf die Wäh­rung ver­lie­ren. Bevor Kryp­towäh­run­gen zur ernst­zu­neh­men­den Alter­na­ti­ve zu unse­ren Wäh­run­gen wer­den, wer­den sie wohl per Gesetz ver­bo­ten. In Chi­na gibt es die ers­ten Anzei­chen dafür.

+ Im Jän­ner fand 80% des weit­wei­ten Han­dels mit Bit­coin in Chi­na statt, im Früh­ling 55% in Japan. War­um? Weil rei­che Chi­ne­sen die Kapi­tal­ver­kehrs­kon­trol­len Chi­nas umgin­gen und Japan Bit­coin lega­li­sier­te, um die­se Gel­der anzu­lo­cken. Der Ruf der Kryp­towäh­run­gen, ein Instru­ment zur För­de­rung ille­ga­ler Akti­vi­tä­ten zu sein, scheint also nicht unge­recht­fer­tigt zu sein.

Fazit: Der Kurs­ver­lauf von Bit­coin ist sehr ähn­lich dem von Tul­pen in Hol­land 1637. Der Anstieg war so stark, dass mit einer Blu­men­zwie­bel ein gan­zes Haus gekauft wer­den konn­te. Nach dem Plat­zen der Tul­pen­bla­se sank der Kurs um über 95%. Ähn­li­ches kann auch Bitcoin&Co pas­sie­ren.

Sind Handelsabkommen böse?

Michael Scherling am 28. September 2017

All­ge­mein akzep­tiert ist, dass Han­del zwi­schen Staa­ten sinn­voll ist, weil jedes Land ande­re Pro­duk­te bes­ser her­stel­len kann.

Deutsch­land wird nie so guten Rot­wein pro­du­zie­ren kön­nen wie Spa­ni­en.

Der Wohl­stand aller Betei­lig­ten sinkt, wenn Deutsch­land Zöl­le auf spa­ni­schen Wein ein­führt oder Spa­ni­en die Ein­fuhr von deut­schen Autos behin­dert.

Han­dels­ab­kom­men zur Klä­rung sol­cher Fra­gen sind also grund­sätz­lich sinn­voll.

Für ein klei­nes Land wie Öster­reich ist Export zusätz­lich lebens­wich­tig. Wer soll­te in Öster­reich den gan­zen Stahl der VOEST ver­brau­chen? Bei Abschot­tung unse­res Lan­des wür­den 10.000 VOEST-Arbeits­plät­ze sofort weg­fal­len. Als klei­ner Staat sind wir also der Haupt­pro­fi­teur von Glo­ba­li­sie­rung und Han­dels­ab­kom­men.

Nach­dem der Wis­sens­stand der Öster­rei­cher gering und die Skep­sis bei sol­chen Abkom­men groß ist, kön­nen Poli­ti­ker Unwahr­hei­ten ver­brei­ten und gewin­nen damit Wäh­ler­stim­men:

Seit 2 Jah­ren wird gegen pri­va­te Schieds­ge­rich­te gewet­tert. In der Rea­li­tät ist aber bekannt, dass unse­re Fir­men fast alle Pro­zes­se gegen ein­hei­mi­sche Fir­men in den USA, Russ­land, Chi­na etc. ver­lie­ren, weil dor­ti­ge Rich­ter „patrio­tisch“ han­deln.

War­um sol­len sich eine öster­rei­chi­sche und eine US-Fir­ma nicht dar­auf eini­gen kön­nen, ein pri­va­tes Schieds­ge­richt zu ver­ein­ba­ren?

Selbst bei den bösen „Chlor­hüh­nern“ aus den USA ist sehr frag­lich, ob unse­re hor­mon­be­han­del­ten Hüh­ner wirk­lich bes­ser oder gesün­der sind.

Trotz­dem wür­den sich sicher­lich von popu­lis­ti­schen Poli­ti­kern ange­heiz­te 70% aller Öster­rei­cher gegen Han­dels­ab­kom­men aus­spre­chen und damit eine gro­ße Dumm­heit bege­hen.

Fazit: Han­dels­ab­kom­men sind zu kom­plex um Gegen­stand der hei­mi­schen poli­ti­schen Debat­te zu sein. Nur die Euro­päi­sche Uni­on hat die Kom­pe­tenz und Ver­hand­lungs­macht, um sol­che Abkom­men in hoher Qua­li­tät zu schlie­ßen. Wir soll­ten sie dabei in Ruhe las­sen.

Entwicklungshilfe aus ökonomischer Sicht

Michael Scherling am 3. August 2017

Vor 40 Jah­ren waren die ers­ten scho­ckie­ren­den Bil­der von hun­gern­den afri­ka­ni­schen Kin­dern im Fern­se­hen zu sehen. Euro­pa reagier­te mit Lebens­mit­tel­hil­fe, die zwar die Not kurz­fris­tig lin­der­te, aber auch dazu führ­te, dass der Anreiz sich selbst zu ver­sor­gen, sank.

Seit etwa 20 Jah­ren wird des­halb ver­mehrt ver­sucht, durch Wis­sens­trans­fer, Maschi­nen, Infra­struk­tur, neue Brun­nen zur Was­ser­ver­sor­gung etc. zu hel­fen.

Lei­der wird das grund­le­gen­de Pro­blem immer noch nicht ange­spro­chen:

In vie­len Län­dern (z.B. im Niger) haben Män­ner mit jeder ihrer Frau­en sie­ben Kin­der. Frau­en wer­den zu Gebär­ma­schi­nen degra­diert, Män­ner füh­len sich erst dann männ­lich, wenn sie mehr als 10 Kin­der gezeugt haben. So lan­ge die­ser Wahn­sinn nicht gestoppt wird, ist jede ande­re Art von Ent­wick­lungs­hil­fe öko­no­misch völ­lig sinn­los!

Im Gegen­teil: Ent­wick­lungs­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen ver­set­zen die 7 Kin­der pro Frau in die Lage, selbst wie­der 7 Kin­der zu zeu­gen. Indem man einem Kind hilft, wer­den 7 neue hun­gern­de, lei­den­de Kin­der ohne Chan­ce im Leben gebo­ren.

Die UNO erwar­tet, dass in 30 Jah­ren 2,4 Mil­li­ar­den Men­schen in Afri­ka leben wer­den und 4 Mil­li­ar­den 50 Jah­re spä­ter! Allei­ne in Nige­ria wer­den 2017 mehr Kin­der gebo­ren als in der gan­zen EU.

Eine Ver­vier­fa­chung der Bevöl­ke­rung in nur 3 Gene­ra­tio­nen muss zu Krieg, Hun­ger, Elend und Aus­wan­de­rung füh­ren!

Lei­der gilt es immer noch als “poli­tisch unkor­rekt”, die­ses Grund­übel anzu­spre­chen.

Was sind öko­no­misch ver­nünf­ti­ge Lösun­gen:

  1. Vor­aus­schau­en­de Bevöl­ke­rungs­po­li­tik: Chi­na ist ein posi­ti­ves Bei­spiel: Ohne vor­aus­schau­en­de Bevöl­ke­rungs­po­li­tik wür­den wohl 500 Mil­lio­nen Men­schen mehr in die­sem Land leben. Nai­vi­tät muss man den­je­ni­gen unter­stel­len, die mei­nen, dass Chi­na dann immer noch so (rela­tiv) fried­lich wäre. Die Stu­di­en zur “Youth Bul­ge” von Gun­nar Hein­sohn bele­gen das his­to­risch. In Län­dern mit hohem Anteil an 15 – 25-jäh­ri­gen Män­nern kam es in der Ver­gan­gen­heit immer zu Krieg oder Bür­ger­krieg (auch die bei­den Welt­krie­ge las­sen sich so erklä­ren).
  2. Bil­dung: je gebil­de­ter vor allem die Frau­en sind, des­to höher ist die Chan­ce, dass sie nicht nur recht­lo­se, wil­len­lo­se Gebär­ma­schi­nen wer­den.

Fazit: Die west­li­che Welt geht das The­ma Ent­wick­lungs­hil­fe mit erstaun­li­cher Nai­vi­tät an und wird so lan­ge schei­tern, so lan­ge die Wur­zel des Pro­blems der unkon­trol­lier­ten Bevöl­ke­rungs­ver­meh­rung nicht ange­packt wird!

Wir dummen Österreicher

Michael Scherling am 16. Mai 2017

In Öster­reich ist eines der bes­ten Unter­neh­men der Welt zu Hau­se: die VOESTALPINE. Sie ist tech­no­lo­gi­scher Welt­markt­füh­rer im Stahl­be­reich, beschäf­tigt 50.000 Men­schen und schafft stän­dig neue Arbeits­plät­ze (Poli­ti­ker kön­nen nur mit neu­en Schul­den Arbeits­plät­ze kurz­fris­tig schaf­fen, Fir­men auch nach­hal­tig!).

Das Unter­neh­men schafft es, die durch Digi­ta­li­sie­rung und voll­au­to­ma­ti­sche Pro­duk­ti­ons­wei­se weg­fal­len­den Jobs durch inter­ne Wei­ter­bil­dung zu erhal­ten. Vie­le Mil­lio­nen wer­den jähr­lich an Steu­ern bezahlt, was uns allen zu Gute kommt.

Gefähr­det ist die VOEST maxi­mal durch immer neue büro­kra­ti­sche Auf­la­gen und Umwelt­ge­set­ze. Dabei ist die Fir­ma bereits der umwelt­ver­träg­lichs­te Stahl­her­stel­ler welt­weit. Hilft es wirk­lich wenn das Unter­neh­men aus Öster­reich ver­trie­ben und die Pro­duk­ti­on mit 5-fachem Schad­stoff­aus­stoß in Indi­en auf­ge­baut wird?

Noch span­nen­der ist die Geschich­te des Unter­neh­mens: Es stammt aus der “Ver­staat­lich­ten Indus­trie” und wäre durch Miss­ma­nage­ment vor 30 Jah­ren in Kon­kurs gegan­gen, wenn es nicht pri­va­ti­siert wor­den wäre. Immer, wenn poli­ti­sche Günst­lin­ge oder Gewerk­schafts­bon­zen in einer Unter­neh­mens­füh­rung sit­zen, gehen Fir­men plei­te. Der “Kon­sum” ist noch ein gutes Bei­spiel dafür.

Ver­tre­ter der “Gemein­wohlöko­no­mie”, die sogar schon in Schul­bü­chern zu fin­den sind, haben bis heu­te nicht ver­stan­den, dass Ver­staat­li­chung und Ein­mi­schung in die Unter­neh­mens­füh­rung zu Arbeits­lo­sig­keit und Wohl­stands­ver­lust füh­ren.

Die Voe­st­al­pi­ne betei­ligt die Mit­ar­bei­ter auch am Unter­neh­men. Ein guter Teil gehört inzwi­schen den Ange­stell­ten. Die pro­fi­tie­ren dop­pelt: Einer­seits an der Stei­ge­rung des Unter­neh­mens­wer­tes und ande­rer­seits von den jähr­li­chen Divi­den­den, die mit rund 3% jähr­lich Spar­bü­cher deut­lich über­tref­fen.

War­um betei­li­gen wir Öster­rei­cher uns nicht an unse­ren groß­ar­ti­gen Unter­neh­men? 50% des öster­rei­chi­schen und deut­schen Akti­en­markts gehört US-ame­ri­ka­ni­schen Inves­to­ren. Die holen sich unse­re Wert­schöp­fung wäh­rend wir über unse­re Spar­bü­cher den Ban­ken Geld geben, die dann z.B. jah­re­lang US-Hypo­the­ken­pa­pie­re kauf­ten, die teil­wei­se wert­los wur­den.

Wir Öster­rei­cher haben dann nicht nur kei­ne Zin­sen bekom­men, son­dern muss­ten auch noch unse­re Ban­ken mit Mil­li­ar­den­be­trä­gen ret­ten. Wir sind schon ziem­lich dumm, oder?

Natür­lich ist es nicht sinn­voll, sich nur an öster­rei­chi­schen Unter­neh­men zu betei­li­gen. Jedes Land hat tol­le Fir­men wie die Voest. Gute Mana­ger eines welt­wei­ten Akti­en­fonds hel­fen Ihnen, sich an der Wert­schöp­fung der gesam­ten Welt zu betei­li­gen.

Fazit: Inves­tie­ren Sie Ihre län­ger­fris­tig ange­leg­ten Gel­der nicht in Spar­bü­cher oder Staats­an­lei­hen, son­dern pro­fi­tie­ren Sie von wun­der­ba­ren Unter­neh­men, die Arbeits­plät­ze schaf­fen und nach­hal­ti­ge Wert­stei­ge­rung erzie­len.

Böse Globalisierung?

Michael Scherling am 27. März 2017

Carl Bildt, ehe­ma­li­ger Pre­mier­mi­nis­ter von Schwe­den schrieb vor kur­zem dass bei sei­ner Geburt erst 2,5 Mrd. Men­schen leb­ten und vie­le auch damals glaub­ten, dass unser Pla­net die­se Mas­sen nicht ernäh­ren könn­te und Zusam­men­brü­che bevor­stün­den.

Tat­säch­lich ist der Anteil der Armen unter den inzwi­schen 7,5 Mrd. Men­schen stark zurück­ge­gan­gen und vie­le Län­der (vor allem in Asi­en) konn­ten den Lebens­stan­dard enorm stei­gern.

Die Lebens­er­war­tung stieg von 48 auf 71 Jah­re, das Pro-Kopf-Ein­kom­men um 500%. Seit 1990 wur­de die Kin­der­sterb­lich­keit hal­biert und statt 47% der Bewoh­ner von Ent­wick­lungs­län­dern leben nur noch 14% in extre­mer Armut.

Wie kam es dazu:

  1. Fort­schrit­te in Wis­sen­schaft und Tech­no­lo­gie
  2. Wirt­schaft­li­cher Aus­tausch über Han­del und Inves­ti­tio­nen in einer libe­ra­len Welt­ord­nung = Glo­ba­li­sie­rung

An vie­len Orten die­ser Welt wur­den und wer­den Fabri­ken geschlos­sen und Mit­ar­bei­ter ent­las­sen. Die Stahl­wer­ke in den USA und die Koh­le­mi­nen in Deutsch­land beschäf­ti­gen weni­ger Arbei­ter als frü­her. Der Grund dafür soll die Glo­ba­li­sie­rung sein. Nicht erkannt wird dabei, dass tech­no­lo­gi­sche Fort­schrit­te in höhe­rem Aus­maß ver­ant­wort­lich sind.

Genau­so ver­lo­ren vor 100 Jah­ren fast alle Kut­scher ihre Arbeit. In der Auto­in­dus­trie sind heu­te aller­dings 100mal so vie­le Men­schen beschäf­tigt.

Carl Bildt schreibt: „Für die meis­ten Men­schen war das Leben vor der Glo­ba­li­sie­rung arm, hart und kurz.“ Popu­lis­ten ver­herr­li­chen die­se Zei­ten den­noch ohne ihren Wäh­lern zu erklä­ren, dass es einem arbeits­lo­sen US-Stahl­ar­bei­ter nicht hilft, wenn afri­ka­ni­sche und asia­ti­sche Län­der mit Zöl­len belegt wer­den. Im Gegen­teil erhö­hen sich dadurch die Prei­se. Dar­un­ter lei­det gera­de der arme Teil der Wäh­ler, der sich als Glo­ba­li­sie­rungs­ver­lie­rer wahr­nimmt.

Was wir brau­chen ist:

  1. Ehr­li­che Poli­ti­ker, die den Men­schen die Zusam­men­hän­ge erklä­ren
  2. Inten­si­ve Aus- und Wei­ter­bil­dung

Auch in Zukunft wer­den Bran­chen ver­schwin­den und Men­schen ihre Arbeit ver­lie­ren. In den letz­ten 200 Jah­ren wur­den aber in neu ent­ste­hen­den Bran­chen immer viel­fach mehr Arbeits­kräf­te benö­tigt als davor. Die Län­der mit dem höchs­ten Bil­dungs­ni­veau pro­fi­tie­ren davon am meis­ten.

Fazit: Ein Zurück­dre­hen der Glo­ba­li­sie­rung macht uns alle ärmer und scha­det vor allem den benach­tei­lig­ten Bevöl­ke­rungs­grup­pen.

Dauerhafte Stagnation?

Michael Scherling am 2. Februar 2017

In der Welt der Öko­no­men wird seit eini­ger Zeit dis­ku­tiert, ob es eine soge­nann­te “Seku­lä­re Sta­gna­ti­on” gibt. Gemeint ist dau­er­haf­tes Null­wachs­tum, das fol­gen­de Ursa­chen hat:

+ Es wird zu wenig inves­tiert, weil es kaum loh­nen­de Pro­jek­te gibt. Die wesent­li­chen Erfin­dun­gen sind gemacht (Auto, Com­pu­ter etc.) und neue brin­gen wenig Pro­duk­ti­vi­täts­zu­wachs

+ Popu­lis­ti­sche Poli­ti­ker brem­sen die Wirt­schaft (rech­te Ideo­lo­gen wie Trump mit Han­dels­bar­rie­ren und lin­ke Ideo­lo­gen wie Hugo Cha­vez mit Ver­staat­li­chung)

+ Sta­gnie­ren­de Erwerbs­be­völ­ke­rung in den west­li­chen Staa­ten. Deutsch­land bräuch­te 500.000 Zuwan­de­rer jähr­lich, um die Zahl der Erwerbs­tä­ti­gen nur kon­stant zu hal­ten.

Aller­dings gab es auch vor eini­gen Jahr­zehn­ten genau die glei­che Dis­kus­si­on und nie­mand kann behaup­ten, dass es in den letz­ten 50 oder 100 Jah­ren kei­ne rele­van­ten Neue­run­gen und Wohl­stands­stei­ge­run­gen gege­ben hat.

Bes­se­re Trans­port­mit­tel, moder­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on und schnel­le­re und bes­se­re Pro­duk­ti­ons­wei­sen haben die Mensch­heit vor­an­ge­bracht. Was könn­te uns in den nächs­ten Jahr­zehn­ten wei­ter­brin­gen?

Zwei Berei­chen sind her­vor­zu­he­ben: Digi­ta­li­sie­rung und Robo­tik. Bei­des stei­gert das Wirt­schafts­wachs­tum, wobei ers­te­res kaum mess­bar ist und im Brut­to­in­lands­pro­dukt nicht auf­scheint. Ein ein­fa­ches Bei­spiel: Wenn Sie kos­ten­lo­se Zei­tungs­in­hal­te am Com­pu­ter lesen statt eine Zei­tung zu kau­fen, sinkt das BIP sogar. Ihr Nut­zen steigt aber.

Durch effi­zi­en­te Sharing-Eco­no­my kön­nen Autos, Maschi­nen, Woh­nun­gen usw. von mehr Men­schen als bis­her ver­wen­det wer­den. Auch hier sinkt das BIP, weil nicht jeder sich alles selbst kau­fen muss. Der Wohl­stand für die Betrof­fe­nen steigt aber.

Wis­sens­er­werb und Wei­ter­bil­dung sind zen­tral für die moder­ne Wirt­schaft, wer­den aber eben­falls kaum bei der Mes­sung von Wachs­tum berück­sich­tigt.

Fazit: Glau­ben Sie kei­nen Sta­gna­ti­ons­pro­phe­ten. Nur weil wir Wachs­tum und Wohl­stands­stei­ge­run­gen nicht mes­sen kön­nen, heißt das noch lan­ge nicht, dass es die­se nicht gibt!

Populismus und Ökonomie

Michael Scherling am 9. November 2016

Die Welt gehört seit heu­te end­gül­tig den Popu­lis­ten. Schon der Aus­stieg Groß­bri­tan­ni­ens aus der EU war nur durch geziel­te Falsch­mel­dun­gen der EU-Geg­ner und der Medi­en mög­lich, eben­so die heu­ti­ge Wahl eines Stamm­tisch-Pro­le­ten zum US-Prä­si­den­ten. Des­sen Wäh­ler glau­ben z.B. mehr­heit­lich nicht, dass Oba­ma in den USA gebo­ren ist. Die Macht der Bou­le­vard-Medi­en ist enorm. Wer sie beein­flus­sen kann, gewinnt offen­sicht­lich alle Wahl­ent­schei­dun­gen. Das wis­sen auch Orban in Ungarn und Erdo­gan in der Tür­kei.

Was bedeu­tet das nun öko­no­misch?

Gera­de hat die Welt begon­nen, sich von der Finanz­kri­se 2008 und der Euro­kri­se 2011 zu erho­len: die Arbeits­lo­sen­ra­ten sind kräf­tig gesun­ken, das Wirt­schafts­wachs­tum ist fast auf Vor­kri­sen­ni­veau, die Löh­ne begin­nen zu stei­gen und die öko­no­mi­schen Stim­mungs­in­di­ka­to­ren waren bis ges­tern sehr gut.

Das Umfeld wäre also aus­ge­zeich­net. Womit Men­schen aber am aller­we­nigs­ten umge­hen kön­nen, ist Unsi­cher­heit. Kei­ner weiß wie sich der Brex­it aus­wir­ken wird (des­halb habe ich kei­nen Arti­kel dar­über geschrie­ben — Pro­gno­sen sind völ­lig sinn­los) und nie­mand kann vor­aus­se­hen, wel­che Wahl­ver­spre­chen Trump tat­säch­lich umset­zen wird.

In unsi­che­ren Zei­ten inves­tie­ren Unter­neh­men aber ungern neu­es Geld und Kon­su­men­ten spa­ren lie­ber mehr als sie aus­ge­ben. Das bremst die begin­nen­de Erho­lung aus.

Klar scheint aber dass Zins­er­hö­hun­gen noch wei­ter in die Zukunft ver­scho­ben wer­den. Obwohl die Nach­tei­le der Null­zins­po­li­tik immer offen­sicht­li­cher wer­den, ist den Zen­tral­ban­ken eine Erhö­hung in so unsi­che­ren Zei­ten fast unmög­lich.

Fazit: eini­ge Mona­te bevor Hit­ler in Deutsch­land an die Macht kam, gab es bereits einen kräf­ti­gen Wirt­schafts­auf­schwung. Weil die­ser aber noch nicht bei den Men­schen ange­kom­men war, kam es zu einem Desas­ter. Auch der aktu­el­le Auf­schwung ist noch nicht bei der Bevöl­ke­rung ange­kom­men, wes­halb Popu­lis­ten die Gele­gen­heit bekom­men, neue Desas­ter anzu­rich­ten.