Mein ökonomischer Wunsch ans Christkind

Michael Scherling am 23. December 2016

Dürf­te ich einen Wunsch ans Christ­kind äußern, wür­de ich es heu­er bit­ten, die Euro­päi­sche Zen­tral­bank zu beein­flus­sen, damit sie die Nega­tiv­zin­sen auf­gibt.

Die meis­ten von Ihnen mer­ken höchs­tens als Kre­dit­neh­mer dass die kurz­fris­ti­gen Zin­sen (Euri­bor) im Minus sind. Gehö­ren Sie zu die­ser Grup­pe, haben Sie sich sicher­li­ch schon aus­rei­chend gefreut.

Lei­der hat die­se Poli­tik schlim­me Neben­wir­kun­gen:

  1. Spa­rer lei­den: mein Bedau­ern hält sich aber in Gren­zen, da ers­tens auch die Infla­ti­on tief ist und zwei­tens Spar­buch und Kon­to ohne­hin nur für das Par­ken von Geld sinn­voll sind. Ab 3 – 5 Jah­ren Anla­ge­dau­er soll­ten ande­re Ver­an­la­gun­gen gewählt wer­den.
  2. Es droht Alters­ar­mut: die meis­ten Öster­rei­cher haben ohne­hin gro­ße Pen­si­ons­lü­cken. Die klas­si­sche Form der Vor­sor­ge mit anlei­he­ba­sier­ten Lebens­ver­si­che­run­gen lohnt sich kaum noch. Weni­ge kön­nen sich so hohe Spar­ra­ten leis­ten, um bei Tief­zin­sen genug anzu­spa­ren.
  3. Lang­fris­tig sind Ver­si­che­rungs­kon­kur­se mög­li­ch: In den letz­ten Jahr­zehn­ten wur­den Garan­tie­zins­ver­spre­chun­gen bei Lebens­ver­si­che­run­gen in der Höhe von bis zu 4% gege­ben. Die­se sind heu­te aber nicht mehr zu erzie­len.
  4. Aus mei­ner Sicht der schlimms­te Punkt: Ban­ken gera­ten in Schief­la­ge! War­um habe ich mit den bösen Ban­ken Mit­leid? Ganz ein­fach: ohne Ban­ken funk­tio­niert die Wirt­schaft nicht, es gibt Sta­gna­ti­on und Arbeits­lo­sig­keit. In den USA wur­den die Ban­ken bes­ser saniert (oder in Kon­kurs geschickt) und die Zin­sen sind posi­tiv. Dadurch konn­ten sich die Ver­ei­nig­ten Staa­ten viel bes­ser von der Finanz­kri­se erho­len.

Zur Erklä­rung: Ban­ken wer­den sinn­vol­ler­wei­se gezwun­gen mehr Eigen­ka­pi­tal zu hal­ten, um kri­sen­re­sis­ten­ter zu wer­den. Die Erträ­ge lei­den dadurch, was aber abso­lut in Ord­nung ist.

Aber: durch die Nega­tiv­zins­po­li­tik der Euro­päi­schen Zen­tral­bank müs­sen die Kre­dit­häu­ser tat­säch­li­ch Zin­sen bezah­len wenn sie Geld bei der EZB par­ken. Sie kön­nen aber nur sehr schwer von Pri­vat­kun­den Zin­sen von deren Gut­ha­ben auf Spar­bü­chern und Kon­ten ver­lan­gen.

Die Ein­nah­men schrump­fen also noch ein­mal deut­li­ch. Damit lei­det die Fähig­keit, Kre­di­te gera­de an Klein- und Mit­tel­be­trie­be, die die Basis unse­rer Wirt­schaft sind, zu ver­ge­ben.

Fazit: Bit­te lie­be Zen­tral­bank, erhö­re mein Christ­kind und erhö­he die Zin­sen zumin­dest auf 0%!

 

 

Geldpolitik und Fiskalpolitik

Michael Scherling am 22. August 2016

War­um schrei­be ich über 2 Begrif­fe, die lang­wei­lig klin­gen und in Volks­wirt­schafts­bü­chern gut auf­ge­ho­ben sind?

Ganz ein­fach: Jeder von Ihnen ist von bei­den Berei­chen betrof­fen.

Mit Geld­po­li­tik ist vor allem die Geld­men­ge und die Höhe der Zin­sen gemeint. Ver­ant­wort­li­ch sind die Zen­tral­ban­ken, die vor 2008 nie­mand bemerkt hat, die aber seit damals als Ret­ter der west­li­chen Welt her­hal­ten müs­sen. Die Zin­sen wur­den auf Null gesenkt, Ban­ken­hilfs­pro­gram­me auf­ge­legt und Staats­an­lei­hen gekauft.

Das Fazit nach 8 Jah­ren fällt posi­tiv aus: ein Nega­tiv­kreis­lauf wie in den 1930ern wur­de ver­hin­dert. Nun ist die Geld­po­li­tik aber am Ende. Wei­te­re Zins­sen­kun­gen sind kaum mög­li­ch, weil die Bür­ger son­st ins Bar­geld flie­hen wür­den. Öster­rei­chi­sche oder deut­sche Staats­an­lei­hen mit posi­ti­vem Ertrag gibt es kaum noch zu kau­fen.

Im Fall einer erneu­ten schwe­ren Kri­se kön­nen dies­mal auch die Zen­tral­ban­ken nicht mehr hel­fen.

Was tun?

Eine Idee, die unter Öko­no­men und Poli­ti­kern viel dis­ku­tiert wird, ist die Fis­kal­po­li­tik. Damit ist der­zeit weni­ger die Besteue­rung gemeint (wegen der bereits enor­men Steu­er­last ist ein Zusat­z­er­trag kaum mög­li­ch), son­dern Mehr­aus­ga­ben durch den Staat.

Inves­ti­tio­nen in Bil­dung, For­schung, Unter­neh­mens­grün­dun­gen und Infra­struk­tur schaf­fen nicht nur kurz­fris­tig Arbeits­plät­ze und höhe­res Wirt­schafts­wachs­tum, son­dern stei­gern den Wohl­stand auch lang­fris­tig. Weil die­ser Wer­te­zu­wachs ja auch wie­der besteu­ert wird, finan­zie­ren sich die Staats­aus­ga­ben von selbst.

Die­se Idee ist nicht nur theo­re­ti­sch fun­diert, son­dern auch in der Pra­xis erprobt.

Lei­der schei­tern sol­che Vor­ha­ben meis­tens an popu­lis­ti­schen Poli­ti­kern, die ande­re Inter­es­sen haben. Japa­ni­sche Poli­ti­ker lie­ßen Brü­cken auf öko­no­mi­sch irrele­van­te Inseln bau­en, um Wäh­ler­stim­men zu gewin­nen. Öster­rei­chi­sche Volks­ver­tre­ter erhöh­ten die Pend­ler­pau­scha­len und errich­ten sinn­lo­se Tun­nel aus dem­sel­ben Grund. Öko­no­mi­schen Nut­zen bringt das natür­li­ch nicht. Die Staats­ver­schul­dung steigt ohne dau­er­haf­ten Wohl­stands­zu­wachs.

Fazit: Ver­mut­li­ch noch in die­sem Jahr könn­ten die fis­kal­po­li­ti­schen Aus­ga­ben inter­na­tio­nal stei­gen. Das soll­te zu höhe­rem Wachs­tum (und zu höhe­ren Akti­en­kur­sen) füh­ren. Ob die rich­ti­gen Inves­ti­tio­nen getä­tigt wer­den oder die Poli­ti­ker Wäh­ler­stim­men­op­ti­mie­rung betrei­ben, ist aller­dings noch unklar…

Ein wirklicher Experte

Michael Scherling am 17. June 2016

Ges­tern hat­te ich die für einen Öko­no­men wie mich wun­der­ba­re Gele­gen­heit auf einen wirk­li­chen Exper­ten in Sachen Geld zu tref­fen:

Dr. Phil­ipp Hil­de­brand — er war Prä­si­dent der Schwei­zer Natio­nal­bank bis 2012

Sei­ne Sicht der Din­ge ist auch des­halb so inter­es­sant, weil er nun sehr viel offe­ner spre­chen kann als in sei­ner alten Posi­ti­on. Er hat die Schweiz durch die Finanz­kri­se 2008 gesteu­ert und war für die Ein­füh­rung des Min­dest­kur­ses von 1,2 Fran­ken zum Euro ver­ant­wort­li­ch.

Hier eini­ge sei­ner Aus­sa­gen:

  • Ohne Ein­grei­fen der Zen­tral­ban­ken wäre die Finanz­kri­se um ein Viel­fa­ches schlim­mer aus­ge­fal­len. Ich ver­mu­te, dass kaum eine Bank über­lebt hät­te und auch die Sicher­heit von Spar­bü­chern gefähr­det gewe­sen wäre. Er mein­te, dass die Men­schen unend­li­ch dank­bar wären, wenn sie wüss­ten was ohne die Aktio­nen der Noten­ban­ken pas­sie­ren hät­te kön­nen.
  • In den USA gin­gen zwar rund 140 klei­ne Ban­ken in Kon­kurs, alle gro­ße Ban­ken wur­den aber zwangs­wei­se reka­pi­ta­li­siert und ste­hen der­zeit schon wie­der auf sehr star­ken Bei­nen. In Euro­pa trau­ten sich die Poli­ti­ker nicht, sol­che Men­gen an Geld bereit zu stel­len. Aus die­sem Grund ist der Ban­ken­sek­tor immer noch nicht saniert und kann nicht aus­rei­chend Kre­di­te an die Unter­neh­men ver­ge­ben. Das brem­se die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung mas­siv.
  • Span­nen­des zum The­ma Refor­men: Das spa­ni­sche Arbeits­recht stamm­te aus der Zeit der Dik­ta­tur Fran­kos (der es von Mus­so­li­ni über­nom­men hat­te). Es war für die hohe Arbeits­lo­sig­keit ver­ant­wort­li­ch, weil es unmög­li­ch war, jeman­den zu ent­las­sen. Die Fol­ge davon: es wur­de gleich gar nie­mand ein­ge­stellt. Nur weil Spa­ni­en durch die Finanz­kri­se zah­lungs­un­fä­hig wur­de und die EU-Part­ner und der Inter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds es ver­lang­ten, kam es zu einer Reform. Seit­her sinkt die Arbeits­lo­sig­keit ohne Unter­bre­chung. Wie schon Albert Ein­stein sag­te: “Es ist die Kri­se selbst, die den Fort­schritt bringt”
  • Dr. Hil­de­brand warnt davor, Ver­gan­gen­heits­ent­wick­lun­gen in die Zukunft zu extra­po­lie­ren. Nur weil es meh­re­re Jah­re mit wenig Wachs­tum und Null­zin­sen gege­ben hat, müss­te das nicht immer so wei­ter­ge­hen. Spe­zi­ell in den USA sieht er 2017/2018 höhe­res Wachs­tum, höhe­re Infla­ti­on und auch höhe­re Zin­sen. Auf mei­ne Fra­ge, wie es in Euro­pa mög­li­ch sein soll, bei einer sta­gnie­ren­den Bevöl­ke­rung Wachs­tum zu erzeu­gen, mein­te er dass eine stär­ke­re Ein­be­zie­hung von Älte­ren und Frau­en die Erwerbs­be­völ­ke­rung stei­gern könn­te. Refor­men und Inves­ti­tio­nen in Bil­dung ver­stärk­ten die­sen Effekt. Flücht­lin­ge wür­den dabei auf vie­le Jah­re nicht hel­fen.
  • Schreck­li­ch schaut es aus sei­ner Sicht in Frank­reich aus, das demo­gra­fi­sch eigent­li­ch die bes­te Situa­ti­on hät­te (höchs­te Gebur­ten­ra­te). Hier war die Kri­se nicht schlimm genug, um im Sin­ne Ein­steins zu sinn­vol­len Refor­men zu füh­ren. Seit 10 Jah­ren wur­den kei­ne neu­en Arbeits­plät­ze mehr geschaf­fen, weil der über­bor­den­de Staats­sek­tor die Indus­trie fast aus­ge­löscht hat. Und mehr Staats­be­diens­te­te füh­ren nicht zu mehr Wachs­tum oder mehr Wohl­stand, son­dern nur zu mehr Schul­den.
  • Zum Schluss noch ein erfreu­li­cher Punkt: Dr. Hil­de­brand sieht die Kon­junk­tur in Euro­pa auf dem rich­ti­gen Weg und erkennt selbst in Ita­li­en und Frank­reich einen Anstieg der Reform­be­reit­schaft.

Wenn Schulden zu Luft werden

Michael Scherling am 21. April 2016

Ich has­se Ver­schwö­rungs­theo­ri­en. 9 von 10 erwei­sen sich als fal­sch und eine wird durch rei­nen Zufall wahr.

Heu­te möch­te ich aber sel­ber eine Pro­gno­se in die Welt set­zen, die von Vie­len als Ver­schwö­rungs­theo­rie abge­tan wer­den wird.

Bekannt ist ja, dass vie­le Staa­ten den “Point of no return” bei der Schul­den­trag­fä­hig­keit über­schrit­ten haben. Kein Öko­nom welt­weit kann erklä­ren, wie die Staats­schul­den jemals zurück­ge­zahlt wer­den sol­len. Die altern­den und teil­wei­se schrump­fen­den Bevöl­ke­run­gen von Län­dern wie Japan, Ita­li­en oder Grie­chen­land kön­nen nie­mals genug Wirt­schafts­wachs­tum gene­rie­ren, um die rie­si­gen Alt­las­ten zu til­gen.

Der Ver­su­ch der Zen­tral­ban­ken, künst­li­ch Infla­ti­on zu schaf­fen und damit die Schul­den­last zu ver­rin­gern, wird zwar lang­fris­tig zum Erfolg füh­ren (ich wer­de mich bemü­hen, Sie recht­zei­tig vor kom­men­der Geld­ent­wer­tung zu war­nen!), aber auf kur­ze Sicht hat das über­haupt nicht funk­tio­niert.

Nun gibt es die ers­ten Gerüch­te, wie man sich sehr ele­gant von Alt­las­ten zu befrei­en gedenkt. Vor­rei­ter ist wie immer Japan. Rela­tiv unbe­merkt von der Öffent­lich­keit kauft die Zen­tral­bank gleich vie­le Staats­an­lei­hen (=Staats­schul­den) auf wie die Regie­rung jähr­li­ch neue Anlei­hen aus­gibt. Die Zen­tral­bank finan­ziert also jetzt bereits die Aus­ga­ben des japa­ni­schen Staa­tes, die nicht durch Ein­nah­men gedeckt sind (5,5% der Wirt­schafts­leis­tung jähr­li­ch).

Der nächs­te Schritt ist aus mei­ner Sicht vor­pro­gram­miert: Schon jetzt ist rund ein Drit­tel der japa­ni­schen Staats­schul­den in Hän­den der Zen­tral­bank. Mög­li­cher­wei­se wird die­ser Teil bereits heu­er für wert­los erklärt (oder umge­wan­delt in Titel mit ewi­ger Lauf­zeit und Zins­satz Null). Ein ele­gan­ter Weg, sich von alten Ver­bind­lich­kei­ten zu tren­nen.

Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank folgt die­sem Vor­bild. Es ist also nicht abwe­gig, dass es auch in Euro­pa zu einer sol­chen Lösung kom­men wird.

Der klei­ne Nach­teil dabei: nie­mand kann Ihnen sagen, wel­che Fol­gen die­ser Schritt haben wird. Eine Ver­trau­ens­kri­se in unser Geld­sys­tem ist nicht aus­zu­schlie­ßen.

Eine kla­re Emp­feh­lung kann ich Ihnen aber geben: inves­tie­ren Sie in Real­wer­te, also Immo­bi­li­en, Akti­en und Gold. Lei­der sind Wohn­im­mo­bi­li­en nach dem 50%-Anstieg in Öster­reich schon zu teu­er, ande­re Seg­men­te wir­ken aber noch inter­es­sant.

Bezüg­li­ch Gold möch­te ich auf mei­nen Jän­ner-Arti­kel ver­wei­sen http://www.deroekonom.at/2016/01/wird-gold-im-jahr-2016-glaenzen/. Die ange­kün­dig­te Preis­stei­ge­rung ist bereits ein­ge­tre­ten.

Für 90% der Öster­rei­cher sind Akti­en nur Spe­ku­la­ti­ons­ob­jek­te. Die­se Sicht trifft nur zu, wenn man ein­zel­ne Titel kauft. Wer aber welt­weit breit gestreut inves­tiert, wird auch in den nächs­ten 10 Jah­ren gute Erträ­ge erwirt­schaf­ten. Denn: so lan­ge es Men­schen gibt, gibt es auch Unter­neh­men. Akti­en­fonds schwan­ken zwar, sind lang­fris­tig aber siche­rer als Spar­bü­cher und Staats­an­lei­hen. Das wird Ihnen die Gene­ra­ti­on der 1930er Jah­re bestä­ti­gen.

Fazit: span­nen­de Zeit kom­men auf uns zu. Berei­ten Sie sich vor!

 

Wieder einmal Panik

Michael Scherling am 11. February 2016

Vor 10 Mona­ten stand der Index der deut­schen Akti­en bei 12.000 Punk­ten, heu­te bei 8.800, also ein Ver­lust von 27%. In Bra­si­li­en, Chi­na bra­chen die Bör­sen noch viel mehr ein und sogar eini­ge Anlei­he­seg­men­te wie­sen zwei­stel­li­ge Minu­ser­trä­ge auf.

Ist es ange­bracht, pani­sch zu wer­den?

Beson­ders span­nend fin­de ich, dass sämt­li­che “Begrün­dun­gen” für die­se Ent­wick­lun­gen auch bei den Bör­se-Höchst­stän­den vor 10 Mona­ten schon bekannt waren:

  1. Chi­na: seit 2 Jah­ren weiß man, dass die chi­ne­si­sche Wirt­schaft von Indus­trie auf Dienst­leis­tun­gen umge­baut wird. Dass nun eini­ge Pro­du­zen­ten lei­den, weni­ger expor­tiert wird und die Wäh­rung fällt, ist ein ganz nor­ma­ler Pro­zess. Ein Wachs­tum von immer noch 4 – 5% ist das Viel­fa­che des US- und Euro­pa-Wachs­tums. Zusätz­li­ch pro­fi­tie­ren gera­de Chi­na und unser Kon­ti­nent von tie­fen Roh­stoff­prei­sen.
  2. Fau­le Kre­di­te: 13% not­lei­den­de Kre­di­te in Ita­li­en, 10% in Chi­na und strau­cheln­de Ban­ken sind kein schö­ner Zustand, aber auch das ist kei­nes­wegs neu. Die Zen­tral­ban­ken ken­nen die­se Fak­to­ren gen­au, die Ver­hand­lun­gen für eine Lösung lau­fen seit vie­len Mona­ten.
  3. Wachs­tum­s­ein­bruch in den USA: Nord­ame­ri­ka hat seit 2009 sehr vom Schie­fe­röl­boom pro­fi­tiert. Ein guter Teil des Wirt­schafts­wachs­tums hat­te hier sei­nen Ursprung. Bei Ölprei­sen wie der­zeit dreht sich die Ent­wick­lung um. Ver­stärkt wird sie durch den schon sehr lan­gen Kon­junk­tur­auf­schwung, der nun zu Ende ist. Zusätz­li­ch lei­den die USA unter dem star­ken Dol­lar, der Expor­te erschwert. Alles in allem aber ein nor­ma­ler Kon­junk­tur­zy­klus und kei­nes­wegs eine Über­ra­schung.

Wie übli­ch ver­stär­ken die Medi­en die Wahr­neh­mung nega­ti­ver Ereig­nis­se. Auch Ban­ken über­tref­fen sich in Nega­tiv­pro­gno­sen. Wie sinn­los die­se sind, sieht man am Bei­spiel Gold­man Sachs: die bekann­tes­te US-Invest­ment­bank mus­s­te gera­de 5 ihrer 6 Pro­gno­sen für 2016 zurück­neh­men (Anfang Febru­ar!). Immer noch rech­net das Insti­tut mit 4 US-Zins­stei­ge­run­gen in die­sem Jahr. Auch die­se Pro­gno­se wird sich als fal­sch erwei­sen. Bei einem zu erwar­ten­den Kon­junk­tur­rück­gang die Zin­sen zu erhö­hen, wäre kon­tra­pro­duk­tiv und wird daher nicht pas­sie­ren.

Wei­ter­hin lei­den wer­den wohl Roh­stoff­pro­du­zen­ten wie Bra­si­li­en oder Öllän­der wie Sau­di Ara­bi­en, was durch­aus zu poli­ti­sch unru­hi­gen Zei­ten füh­ren kann. Chi­na wird nie wie­der so hohe Wachs­tums­ra­ten bei den Roh­stoff-Impor­ten auf­wei­sen wie in der Ver­gan­gen­heit.

Wann geht es wie­der auf­wärts?

Kei­ne Ahnung, Sie wis­sen ja: an den Bör­sen machen lang­fris­tig die Stra­te­gen die Kur­se, kurz­fris­tig aber die Psy­cho­pa­then. Wohin die­se die Wer­te trei­ben, weiß ich nicht (ich bin ja kei­ner).

Aus­lö­ser für einen Auf­wärts­be­we­gung wäre aber z.B. eine Ver­kün­dung des Ver­zichts auf Zins­er­hö­hun­gen in den USA oder ein wei­ter anhal­ten­der euro­päi­scher Kon­junk­tur­auf­schwung (ja, den gibt es!).

Fazit: Men­schen agie­ren nicht ratio­nal und wer­den es auch nie tun. Gier und Panik wech­seln ein­an­der ab. Klu­ge Inves­to­ren kön­nen davon pro­fi­tie­ren!

Wird Gold im Jahr 2016 glänzen?

Michael Scherling am 6. January 2016

Men­schen ten­die­ren dazu, Trends der Ver­gan­gen­heit in die Zukunft fort­zu­schrei­ben. So glaub­ten vie­le nach einem Anstieg des Gold­prei­ses von 500 auf  1.900 Dol­lar pro Unze von 2006 bis 2011 an eine wei­te­re Stei­ge­rung auf 10.000 Dol­lar in weni­gen Jah­ren.

Gen­au das Gegen­teil pas­sier­te: weil zu vie­le Leu­te mit­spe­ku­liert hat­ten und kei­ne neue Nach­fra­ge mehr vor­han­den war, sank der Preis auf unter 1.100 Dol­lar. Eini­ge Käu­fer hat­ten sich von fal­sch dar­ge­stell­ten Zusam­men­hän­gen blen­den las­sen. So schützt Gold etwa wie schon 2011 und 2013 in die­sem Blog beschrie­ben, kei­nes­wegs vor Infla­ti­on.

Den­no­ch sind die Aus­sich­ten für 2016 nicht so schlecht:

Kaum jemand glaubt an stei­gen­de Gold­no­tie­run­gen. Anti­zy­kli­sche Inves­to­ren wis­sen dass das ein Hin­weis auf höhe­re Kur­se ist.

Noch viel wich­ti­ger ist aber Fol­gen­des:

Am stärks­ten ist der Gold­preis vom “Real­zins” abhän­gig. Ein Bei­spiel: Wenn der Spar­buch­zins 4% beträgt und die Infla­ti­on 2%, dann ist der Real­zins 2%. In einem sol­chen Sze­na­rio gibt es kaum Grün­de für Edel­me­tall­käu­fe, da die­se kei­nen lau­fen­den Ertrag brin­gen, das Spar­buch hin­ge­gen schon.

Hat man eine Idee, wie sich die­ser rea­le Zins ent­wi­ckelt, kann man auch eine Ten­denz beim Gold­preis erah­nen, weil gilt: höhe­rer Real­zins = tie­fe­rer Gold­preis und umge­kehrt.

Die aktu­el­le Situa­ti­on stellt sich etwa so dar: In den USA glau­ben alle an einen höhe­ren Real­zins, weil die Zen­tral­bank die Zin­sen erhöht und die Infla­ti­on nied­rig ange­nom­men wird. Bei­de Annah­men hal­te ich für fal­sch und damit auch die Idee fal­len­der Edel­me­tall­no­tie­run­gen.

Die Lage der ame­ri­ka­ni­schen Indus­trie ist nicht gut und auch son­st zeich­net sich ein Kon­junk­tur­ab­schwung ab. Am stärks­ten wach­sen noch die Dienst­leis­tun­gen und dabei die Anwalts­ho­no­ra­re. Ein nach­hal­ti­ges Wirt­schafts­wachs­tum zeich­net sich aber nicht dadurch aus, dass wir uns gegen­sei­tig immer mehr ver­kla­gen…

Fazit: Die US-Zen­tral­bank wird die Zin­sen weit weni­ger erhö­hen kön­nen als ange­nom­men wird, weil höhe­re Zin­sen die Wirt­schaft zu stark brem­sen wür­den.

Zur Infla­ti­on: die­se ist vor allem wegen des gesun­ke­nen Ölprei­ses so tief. Pro­zen­tu­ell kann die­ser aber gar nicht so stark wei­ter fal­len. Sta­bi­li­siert er sich nur, steigt die Teue­rungs­ra­te auto­ma­ti­sch.

Somit wird es aus mei­ner Sicht kei­nen stei­gen­den Real­zins geben — die stei­gen­de Infla­ti­on wird den nur wenig höhe­ren Zins­er­trag eli­mi­nie­ren. Dadurch wer­den Gol­din­vest­ments lukra­ti­ver.

Fazit: Glau­ben Sie kei­ner Gold­pro­gno­se, auch mei­ner nicht. Eine Vor­her­sag­bar­keit ist grund­sätz­li­ch nicht gege­ben. Den­no­ch ist es sinn­voll, die Zusam­men­hän­ge zu ken­nen, um sich nicht von Gerüch­ten und Medi­en­schlag­zei­len in die Irre füh­ren zu las­sen.

 

Wie werden sich Spar- und Kreditzinsen entwickeln?

Michael Scherling am 28. July 2015

Nach­dem der letz­te Arti­kel zu die­sem The­ma (http://www.deroekonom.at/2012/10/wie-werden-sich-die-zinsen-entwickeln/) in Kür­ze 3 Jah­re alt wird, möch­te ich nun wie­der eine Ana­ly­se für die nächs­ten 3 Jah­re machen.

Grund­sätz­li­ch hat sich seit damals wenig ver­än­dert, ein­zig die Erwar­tungs­hal­tung ist nun eine ande­re: 2012 glaub­te mir noch kaum jemand, dass wir vor einer Nied­rig­zins­pha­se ste­hen wer­den wäh­rend aktu­ell immer mehr Men­schen davon aus­ge­hen.

Sach­li­ch gilt es fol­gen­de Umstän­de zu berück­sich­ti­gen:

+ Empi­ri­sch ist zu beob­ach­ten, dass eine altern­de und/oder schrump­fen­de Bevöl­ke­rung zu dau­er­haft nied­ri­gen Zin­sen führt. Öko­no­mi­sche Ursa­che: in einem sol­chen Umfeld gibt es kaum Wachs­tum und gerin­ge Infla­ti­on, wes­halb kein Grund für hohe Zin­sen exis­tiert. Bei­spiel: Japan — seit 1990 ten­die­ren die Zin­sen gegen Null. Auch in Euro­pa altert die Bevöl­ke­rung.

+ In den letz­ten 3 Jah­ren sind die Schul­den­stän­de der Staa­ten wei­ter gestie­gen. Hät­ten wir ein Zins­ni­veau von z.B. 6%, wäre meh­re­re Staa­ten insol­vent, nicht nur Grie­chen­land. Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) weiß das natür­li­ch. Sie will den Euro sicher nicht gefähr­den, wes­halb ein star­ker Zins­an­stieg in den nächs­ten 3 Jah­ren völ­lig aus­ge­schlos­sen ist. Nach­dem die EZB das Mono­pol auf unse­re Wäh­rung hat, besitzt sie auch die not­wen­di­gen Mit­tel, um Zins­an­stie­ge zu ver­hin­dern. Man sieht das aktu­ell sehr gut an dem mil­li­ar­den­schwe­ren Anlei­he­kauf­pro­gramm.

Das abso­lu­te Zinstief dürf­te aber hin­ter uns lie­gen. Zu Spit­zen­zei­ten wur­de rund ein Drit­tel der neu aus­ge­ge­be­nen Staats­an­lei­hen mit Null oder sogar Nega­tiv­zins aus­ge­ge­ben. Die­se Skur­ri­li­tät ist vor­bei, weil die Markt­teil­neh­mer nicht mehr mit Defla­ti­on rech­nen.

Bis Herbst 2016 kauft die EZB mit rie­si­gen Sum­men Staats- und ande­re Anlei­hen von den Ban­ken auf. Die­se sol­len ver­stärkt Kre­di­te ver­ge­ben und damit die Wirt­schaft ankur­beln. In die­ser Zeit wäre ein Zins­an­he­bung kon­tra­pro­duk­tiv, womit klar ist, dass in den nächs­ten 1 – 2 Jah­ren die Null­zins­po­li­tik wei­ter­ge­führt wer­den wird.

Fazit: es ist gut mög­li­ch, dass wir auch in 10 Jah­ren noch sehr tie­fe Zin­sen haben wer­den, so gut wie sicher ist das aber für die nächs­ten 3 Jah­re. Kre­dit­neh­mer dür­fen sich also wei­ter­hin freu­en. Für Spa­rer wird es immer schwie­ri­ger, Anla­ge­al­ter­na­ti­ven zu fin­den, die über der Infla­ti­ons­ra­te lie­gen. Noch gibt es sie aber…

Wie geht es Europa?

Michael Scherling am 2. June 2015

Abseits von den übli­chen Nach­rich­ten aus den Medi­en, die sich umso bes­ser ver­kau­fen je extre­me­re Mel­dun­gen sie ver­öf­fent­li­chen, möch­te ich ein paar Facts zur öko­no­mi­schen Situa­ti­on in Euro­pa zusam­men­fas­sen:

+ seit 2013 sin­ken die Arbeits­lo­sen­ra­ten in Spa­ni­en und Grie­chen­land

+ Das Kon­junk­tur­kli­ma in Spa­ni­en ist so gut wie seit 2007 nicht mehr

+ Die KFZ-Neu­zu­las­sun­gen stei­gen euro­pa­weit seit 2 Jah­ren kon­ti­nu­ier­li­ch

+ Die Kre­dit­ver­ga­be­stan­dards der Ban­ken wer­den locke­rer (erst­mals seit 2007!)

+ Die Ein­zel­han­dels­um­sät­ze stei­gen so stark wie seit 10 Jah­ren nicht mehr

+ Immo­bi­li­en- und Unter­neh­mens­kre­di­te wer­den wie­der ver­stärkt nach­ge­fragt

+ Es gibt kaum Infla­ti­on, aber auch Defla­ti­on ist nicht in Sicht

+ Das Ver­brau­cher­ver­trau­en ist auf 10-Jah­res-Höchst­stand

Selbst­ver­ständ­li­ch gibt es noch genü­gend Bau­stel­len im Euro­raum, aber gera­de 2015 schaut aus heu­ti­ger Sicht öko­no­mi­sch erfreu­li­ch aus. Selbst Ereig­nis­se wie ein mög­li­cher Grie­chen­land-Aus­tritt soll­ten nur kurz­fris­ti­ge Wel­len schla­gen. Genie­ßen wir also die Erho­lung — in den nächs­ten Jah­ren kom­men genü­gend Her­aus­for­de­run­gen auf uns zu.

Fazit: Die erfreu­li­che Kom­bi­na­ti­on von tie­f­em Ölpreis, nied­ri­gem Euro und Null­zins­po­li­tik der Zen­tral­bank zeigt Wir­kung. Hof­fen wir, dass auch 2016 etwas davon übrig­bleibt.

Kommt jetzt doch die Rezession?

Michael Scherling am 5. November 2014

Kaum hat­ten wir uns an eine Art von wirt­schaft­li­cher “Nor­ma­li­sie­rung” im ers­ten Halb­jahr die­ses Jah­res gewöhnt, sind die Medi­en-Schlag­zei­len schon wie­der voll von Befürch­tun­gen zu Rezes­si­on, Defla­ti­on und Kri­sen ganz gene­rell.

Was ist davon zu hal­ten?

Nun, wahr ist natür­li­ch dass in vie­len Berei­chen nichts wei­ter­ge­gan­gen ist: Die fran­zö­si­schen Poli­ti­ker häu­fen wei­ter Schul­den an und refor­mie­ren nicht, die deut­schen freu­en sich, dass die Ren­te mit 63 (statt 67) bei den kurz­sich­ti­gen Wäh­lern so gut ankommt (obwohl bereits Fach­kräf­te feh­len und die Deut­schen die schlech­tes­ten demo­gra­fi­schen Vor­aus­set­zun­gen Euro­pas haben)  und in Öster­reich wur­de wie­der ein­mal fest­ge­stellt dass ein Sozi­al­ver­si­che­rungs­sys­tem mit 22 unter­schied­li­chen Vari­an­ten ide­al ist (die Herr­schaf­ten soll­te ein­mal jemand fra­gen ob sie bei Neu­ein­füh­rung einer Sozi­al­ver­si­che­rung auch 22 For­men schaf­fen wür­den).

Eini­ge öko­no­mi­sche Daten zeu­gen zusätz­li­ch von einer rück­läu­fi­gen Dyna­mik (Ein­kaufs­ma­na­ger­index etc.). Man­che Bör­sen haben 10 – 15% ver­lo­ren (der Gross­teil ist aller­dings schon wie­der auf­ge­holt).

Über­se­hen wird dabei Fol­gen­des:

1. Medi­en leben von Nega­tiv­schlag­zei­len (Nega­ti­ves wird ja von unse­rem Hirn 3 mal so stark wahr­ge­nom­men wie Posi­ti­ves). Über­trei­bun­gen sind also sys­tem­be­dingt.

2. Der Ölpreis ist um rund 25% gesun­ken

3. Die Zin­sen sind wei­ter rekord­tief

Span­nend ist die his­to­ri­sche Betrach­tung der letz­ten bei­den Punk­te: Rezes­sio­nen wur­den in der Ver­gan­gen­heit so gut wie immer ent­we­der von stei­gen­den Zin­sen (zur Infla­ti­ons­be­kämp­fung von den Zen­tral­ban­ken gewollt) oder durch stark stei­gen­de Ölpreise/Rohstoffpreise aus­ge­löst (2008: Ölpreis 140$ im Ver­gleich zu 80$ der­zeit).

Wir haben im Moment eine Kom­bi­na­ti­on von Nied­rigst-Zin­sen und sehr tie­fen Roh­stoff­prei­sen. Die­se Kon­stel­la­ti­on macht einen wirk­li­chen Wirt­schafts­ein­bruch fast unmög­li­ch.

Fazit: Genie­ßen Sie den Herbst und fürch­ten Sie sich nicht vor einer Rezes­si­on!

 

 

Kommt die Inflation nun doch?

Michael Scherling am 22. September 2014

In den Jah­ren 2008 bis 2012 war ich ziem­li­ch allei­ne mit der Vor­her­sa­ge nied­ri­ger Infla­ti­ons­ra­ten.

http://www.deroekonom.at/2011/02/wird-es-in-osterreich-zu-hohen-inflationsraten-kommen/

Sogar “Die Pres­se” mit einem sehr kom­pe­ten­ten Chef­re­dak­teur mach­te mit. Aktu­ell ist es umge­kehrt und die Medi­en über­bie­ten sich mit Defla­ti­ons­pro­gno­sen.

Dabei gibt es ers­te Anzei­chen, dass die Zei­ten sta­gnie­ren­der Prei­se zu Ende sind — aller­dings nur in den USA. Hier ist die Arbeits­lo­sig­keit von 10% auf 6% gefal­len. Zusätz­li­ch gehen die star­ken Gebur­ten­jahr­gän­ge ver­stärkt in Pen­si­on und ein Fach­ar­bei­ter­kräf­te­man­gel eta­bliert sich. Die Fol­ge: Arbeit­neh­mer kön­nen wie­der höhe­re Löh­ne ver­lan­gen. In den letz­ten Jahr­zehn­ten gab es bei Errei­chen der 6%-Schwelle immer stär­ke­re Lohn­an­stie­ge.

Die­se sehr posi­ti­ve Ent­wick­lung ist der Aus­gangs­punkt für Infla­ti­on: Wegen höhe­rer Lohn­kos­ten müs­sen die Unter­neh­men die Prei­se erhö­hen, wes­halb im nächs­ten Jahr die Lohn­for­de­run­gen anstei­gen. Ein Kreis­lauf beginnt.

In der Fol­ge sind ab 2015/2016 stei­gen­de Infla­ti­ons­ra­ten und Zin­sen zu erwar­ten.

Das gilt aber nur für die USA, in Euro­pa sinkt zwar das Arbeits­kräf­te­an­ge­bot eben­falls, spe­zi­ell Deutsch­land klagt über Fach­ar­bei­ter­man­gel. Den­no­ch sind die Erho­lungs­ten­den­zen zu schwach, um Infla­ti­on aus­zu­lö­sen.

Aber: Eine aktu­el­le Sta­tis­tik zeigt, dass der Anteil der Ban­ken, die wach­sen­de Kre­dit­nach­fra­ge erken­nen, so hoch ist wie seit 2007 nicht mehr. Zusätz­li­ch lockern die Ban­ken die Kre­dit­ver­ga­be­stan­dards auf brei­ter Basis. Ers­te, aber deut­li­che Zei­chen, dass die von den Zen­tral­ban­ken geschaf­fe­nen Geld­er auch in der Wirt­schaft ankom­men.

Fazit: In den USA schei­nen stei­gen­de Infla­ti­ons­ra­ten unaus­weich­li­ch, in Euro­pa wird man wohl noch 2 Jah­re in der Zei­tung mehr von Defla­ti­on als von Infla­ti­on lesen.