Corona und die wirtschaftlichen Folgen

Michael Scherling am 21. September 2020

Hier fin­den Sie eine Kurz­ver­si­on mei­nes Vor­tra­ges vom 15.9 in der fin­ni­schen Han­dels­kam­mer.

https://finum.webinargeek.com/corona-und-die-wirtschaftlichen-folgen-ondemand/join/7x8awjn8 (https://finum NULL.webi­n­ar­geek NULL.com/­co­ro­na-und-die-wirt­schaft­li­chen-fol­gen-onde­man­d/join/7x8a­wjn8)

Haupt­in­hal­te sind:

  • Aktu­el­le Lage
  • Was pas­siert mit den Staats­schul­den?
  • Kommt Infla­ti­on?
  • Aus­wir­kun­gen der Geld­schwem­me

Mehr Sozialismus bitte!

Michael Scherling am 17. August 2020

Wenn man 100 Mal mit einem Sieb Was­ser schöpft und es noch ein 101. Mal ver­sucht, wird man als unin­tel­li­gent ange­se­hen.

Sozia­lis­mus wur­de wohl auch schon 100 Mal getes­tet und ende­te stets in Mas­sen­ar­mut oder Sys­tem­wech­sel. Trotz­dem wird er immer wie­der pro­biert (sie­he Vene­zue­la).

Es gibt 2 Grün­de für das Schei­tern von Sozia­lis­mus:

+ Er wider­spricht dem mensch­li­chen Wesen. Wir sind auf Anreiz­sys­te­me pro­gram­miert – wenn ein erfolg­rei­cher Unter­neh­mer, der neue Din­ge erfin­det und Arbeits­plät­ze schafft, gleich viel ver­dient wie ein Stra­ßen­keh­rer, ver­liert er die Moti­va­ti­on zu sei­ner Son­der­leis­tung. Wenn ihm sein Gewinn weg­be­steu­ert wird, eben­so.

+ Gleich­heit exis­tiert auch im Sozia­lis­mus nicht. Irgend­je­mand muss die Regie­rungs­ge­schäf­te füh­ren und übt Macht aus. Meis­tens möch­ten die­se Men­schen ihre Macht­po­si­tio­nen behal­ten und wer­den so zu Dik­ta­to­ren, was dem Wohl der Bevöl­ke­rung fast immer wider­spricht.

Wel­che Grün­de gibt es nun, mehr Sozia­lis­mus zu for­dern?

Die For­de­rung gilt nicht für Euro­pa, wo Besteue­rung und Bevor­mun­dung der Bür­ger bereits zu aus­ge­prägt sind. Zwei Bei­spie­le: In Ber­lin ver­su­chen lin­ke Poli­ti­ker, Ver­mie­ter zu ent­eig­nen. In Wien wird das Miet­recht immer ver­mie­ter­feind­li­cher, wodurch der Anreiz zum Errich­ten neu­er Woh­nun­gen sinkt.

Ganz anders in den USA:

Ein Ret­tungs­fah­rer in New York kann nicht mehr als 48.000 Dol­lar jähr­lich ver­die­nen, muss aber für eine Durch­schnitts­woh­nung 35.000$ bezah­len.

Infla­ti­ons­be­rei­nigt sinkt das Ein­kom­men der ärme­ren Schicht seit vie­len Jah­ren, wäh­rend die klei­ne Schicht der Rei­chen immer rei­cher wird.

Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall ist genau wie bezahl­ter Mut­ter­schafts­ur­laub nicht gesetz­lich vor­ge­schrie­ben. Vie­le Mil­lio­nen US-Bür­ger sind nicht kran­ken­ver­si­chert.

Genau die­se Schicht der sozi­al Schwa­chen wird durch Covid 19 zusätz­lich belas­tet.

Ein Wirt­schafts­sys­tem, das die Aus­beu­tung der Schwa­chen tole­riert, wird zuneh­mend insta­bil. Die gro­ße Reso­nanz auf die Tötung Schwar­zer durch die Poli­zei ist Aus­druck für die­se wach­sen­den Span­nun­gen.

Fazit: ein „New Deal“ für die USA ist drin­gend nötig.
Hof­fen wir, dass die nächs­te Regie­rung die­se Auf­ga­be bewäl­tigt!

Webinar neu

Michael Scherling am 4. Mai 2020

https://finum.webinargeek.com/rational-investieren-in-krisenzeiten‑6 (https://finum NULL.webi­n­ar­geek NULL.com/­ra­tio­nal-inves­tie­ren-in-kri­sen­zei­ten‑6)

Dies­mal auch mit einem detail­lier­te­ren Aus­blick für Infla­ti­on und Defla­ti­on.

Webinar-Link

Michael Scherling am 14. April 2020

Hier der Link zum aktu­ells­ten Webi­nar zum The­ma “Ratio­nal Inves­tie­ren in Kri­sen­zei­ten”

Ger­ne kön­nen Sie mich per­sön­lich dazu kon­tak­tie­ren: michael.scherling@deroekonom.at

https://finum.webinargeek.com/rational-investieren-in-krisenzeiten‑3 (https://finum NULL.webi­n­ar­geek NULL.com/­ra­tio­nal-inves­tie­ren-in-kri­sen­zei­ten‑3)

Rational agieren in Krisenzeiten!

Michael Scherling am 3. April 2020

Der­zeit gilt es, sehr vie­le Hin­ter­grün­de zu beleuch­ten, was in einem Blog nicht mög­lich ist.

Ich habe mich daher ent­schie­den, 30-Minu­ten-Web-Kon­fe­ren­zen zu machen. Auf Grund der hohen Nach­fra­ge fin­den die­se der­zeit wöchent­lich statt.

Anmel­den kön­nen Sie sich hier:

https://finum.webinargeek.com/rational-investieren-in-krisenzeiten‑3 (https://finum NULL.webi­n­ar­geek NULL.com/­ra­tio­nal-inves­tie­ren-in-kri­sen­zei­ten‑3)

Update Corona

Michael Scherling am 13. März 2020

Men­schen sind wirk­lich enorm irra­tio­na­le Wesen!

Die Psy­cho­lo­gen sagen uns, dass wir Unsi­cher­heit als schlim­mer emp­fin­den als einen siche­ren schlech­ten Aus­gang.

Wenn wir also fix wüss­ten dass es zB 20.000 Coro­na-Tote geben wird, wären wir ent­spann­ter als jetzt, wo wir es nicht wis­sen.

Ganz extrem ist die Irra­tio­na­li­tät an den Bör­sen zu erken­nen:

Jeder weiss, dass man Akti­en­an­la­gen kei­nes­falls auf weni­ger als 5 Jah­ren täti­gen soll.

Ich habe noch nie­man­den getrof­fen, der davon aus­geht, dass Coro­na in 5 Jah­ren die Welt­wirt­schaft noch beein­träch­ti­gen wird.

War­um herrscht dann Panik an den Bör­sen???

Schlaue Anle­ger den­ken anti­zy­klisch, blei­ben ratio­nal und erhö­hen jetzt den Akti­en­an­teil!

Fazit: blei­ben Sie ent­spannt und ratio­nal!

Corona und die ökonomischen Folgen

Michael Scherling am 27. Februar 2020

Ein hoch anste­cken­des, durch die Luft über­tra­ge­nes Patho­gen wie die spa­ni­sche Grip­pe im Jahr 1918 könn­te heu­te laut Exper­ten­aus­sa­gen in weni­gen Mona­ten 33 Mio. Men­schen töten. Auch wenn Coro­na nicht so aggres­siv ist, sind die Aus­wir­kun­gen nicht nur mensch­lich enorm, son­dern auch wirt­schaft­lich:

  • Die Pro­duk­ti­on vie­ler Güter kommt zum Erlie­gen
  • Vie­le Unter­neh­men kön­nen wegen feh­len­der Ein­nah­men kei­ne Löh­ne zah­len und Kre­di­te nicht mehr bedie­nen
  • Ein Kon­junk­tur­ein­bruch ist unver­meid­lich

Brei­tet sich das Virus bei uns ähn­lich wie in Chi­na aus, sind die­se Fol­gen nicht frag­lich, son­dern sicher. Nach­dem ein tota­li­tä­res Sys­tem wie das chi­ne­si­sche viel leich­ter Aus­gangs­sper­ren und rigo­ro­se Kon­trol­len durch­set­zen kann als wir Euro­pä­er, ist eine Ver­brei­tung schwie­rig auf­zu­hal­ten.

Was bedeu­tet das nun für Ver­an­la­gun­gen wie Invest­ment­fonds und Akti­en?

Nach 2 Tagen am wich­tigs­ten Fonds­kon­gress Öster­reichs und einem Mit­tag­essen mit den 3 füh­ren­den Kapi­tal­markt­ex­per­ten des gesam­ten deutsch­spra­chi­gen Raums möch­te ich Ihnen fol­gen­de Zusam­men­fas­sung geben:

Wer den Feh­ler macht, nur in ein­zel­ne Akti­en zu inves­tie­ren, muss mit kon­kurs­be­ding­ten Aus­fäl­len rech­nen. Mit einer brei­ten inter­na­tio­na­len Streu­ung hat man die­ses Pro­blem nicht.

Nach­dem Viren hei­ße Tem­pe­ra­tu­ren nicht gut ver­tra­gen und die medi­zi­ni­sche Bekämp­fung vor­an­schrei­tet, ist Coro­na nach aller Vor­aus­sicht bis Juli weit­ge­hend ver­schwun­den.

Wich­tig: Coro­na ist kein Krieg – es wird nichts dau­er­haft zer­stört. Für einen Anle­ger, der auf 5, 10 oder 15 Jah­re Geld anlegt, ist die Ent­wick­lung Febru­ar bis Juli 2020 irrele­vant.

Die Bewer­tung der Akti­en­märk­te ist nicht höher als vor 30 Jah­ren (und viel güns­ti­ger als vor 20 Jah­ren). Nach­dem sich Immo­bi­li­en­prei­se in 10 Jah­ren ver­dop­pelt haben und Spar­bü­cher, Bau­spar­ver­trä­ge und Anlei­hen kei­ne Ver­zin­sung mehr haben, sind Akti­en­an­la­gen für die nächs­ten 10 Jah­re eine der weni­gen inter­es­san­ten Anla­ge­klas­sen.

Bis heu­te sind die Kur­se vom Höchst­stand um mehr als 10% gesun­ken und somit noch güns­ti­ger gewor­den. Die welt­wei­te Gewinn­ren­di­te der Akti­en­märk­te liegt bei rund 6% und ist damit kon­kur­renz­los hoch.

Fazit: Es ist Zeit, ratio­nal zu agie­ren. Wirk­li­che Pro­fis begin­nen schon, den Akti­en­an­teil zu erhö­hen. Sie soll­ten das auch tun!

Zur Lage der Nation – und der Welt

Michael Scherling am 22. Januar 2020

Der Jän­ner eig­net sich sehr gut für Aus­bli­cke – aber kei­ne Pro­gno­sen, denn die­se sind, wie wir wis­sen, sinn­los und unmög­lich.

Eini­ge Din­ge sind klar: poli­ti­sche Unsi­cher­hei­ten wird es wei­ter­hin geben, sie sind aber für Ent­schei­dun­gen im Geld­an­la­ge­be­reich nicht sehr rele­vant (sie­he https://www.deroekonom.at/2019/01/geld-anlegen-in-zeiten-der-politischen-unsicherheit/).

Für einen Anla­ge­zeit­raum von unter 5 Jah­ren Geld anzu­le­gen ist wegen der ver­fehl­ten Null­zins­po­li­tik der Zen­tral­ban­ken immer noch schwie­rig.

Erfreu­li­cher­wei­se sind aktu­ell kei­ne Rie­sen-Ungleich­ge­wich­te zu erken­nen, die eine gro­ße Kri­se wie im Jahr 2008 ver­mu­ten lie­ßen.

Ers­te Indi­ka­to­ren wei­sen sogar dar­auf hin, dass sich die Welt­wirt­schaft lang­sam aber doch erholt und eine star­ke Rezes­si­on sehr unwahr­schein­lich wer­den lässt. Hier hilft auch die Unter­stüt­zung durch die Noten­ban­ken. Hohe Lohn­er­hö­hun­gen in Euro­pa und USA stüt­zen den Kon­sum und sta­bi­li­sie­ren die Wirt­schaft.

Quel­le: JP Mor­gan Asset Manage­ment, Gui­de to the mar­kets 2020 01

Wie in der Gra­fik zu sehen ist, sinkt die Arbeits­lo­sig­keit, was den volks­wirt­schaft­li­chen Kon­sum sta­bi­li­siert.

Die ent­ge­gen vie­ler Markt­kom­men­ta­re nicht über­be­wer­te­ten Akti­en­märk­te sind auf län­ge­re Sicht wei­ter­hin inter­es­sant und wer­den rund 5% jähr­li­chen Durch­schnitts­er­trag ermög­li­chen.

Fazit: klingt nach einem lang­wei­lig guten Jahr, aber die Erfah­rung lehrt uns, dass es zwar gut wer­den kann, aber sicher nicht lang­wei­lig.

Schwankungen und Risiko

Michael Scherling am 25. November 2019

Seit eine fran­zö­si­sche Ex-Poli­ti­ke­rin Che­fin der Euro­päi­schen Zen­tral­bank ist, ist auch klar, dass es in den nächs­ten Jah­ren kei­ne Zins­er­hö­hun­gen geben wird.

Somit wer­den wir auf Kon­ten und Spar­bü­chern wei­ter­hin viel Geld ver­lie­ren. Bei einer Sum­me von z.B. 100.000€ ver­liert man in 10 Jah­ren durch die Infla­ti­on rund 15.000€ an Kauf­kraft.

Um dem zu ent­ge­hen, muss man das Geld sinn­voll anle­gen. Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher wol­len das aller­dings risi­ko­los tun. Es ist daher wich­tig, zwi­schen Risi­ko und Schwan­kun­gen zu unter­schei­den:

Vor­ab: ohne Schwan­kun­gen gibt es kei­nen Ertrag mehr. Das gilt auch, wenn man mit „nur“ 3% Ertrag zufrie­den ist.

Risi­ko bedeu­tet aus mei­ner Sicht, dass ein Groß­teil oder das gan­ze Geld für
immer weg ist.

Bei­spie­le für Risi­ko sind Immo­fi­nanz-Akti­en oder die Wien­wert-Anlei­hen. Span­nend dabei: bei­de Titel hat­ten lan­ge Zeit fast kei­ne Schwan­kun­gen, waren aber immer schon extrem ris­kant!

Gegen­bei­spiel dafür ist ein Port­fo­lio aus Akti­en­fonds oder Akti­en­in­di­ces:
sie schwan­ken hef­tig und wer­den des­halb von der Bevöl­ke­rung als „ris­kant“ wahr­ge­nom­men.
Dabei ist es so gut wie aus­ge­schlos­sen, dass das Geld lang­fris­tig ver­lo­ren
geht:

So lan­ge es Men­schen gibt, wird es auch Unter­neh­men geben. Wenn ich über breit gestreu­te Fonds Antei­le an z.B. 1.000 Unter­neh­men (Akti­en) habe, ist es belang­los, wenn ein­zel­ne Fir­men in Kon­kurs gehen.

Zu beach­ten ist dann nur noch die Anla­ge­dau­er: unter 5 Jah­ren ist kri­tisch, da in die­sem Zeit­raum his­to­ri­sche Ver­lus­te von 20% und mehr nicht unüb­lich waren. Bei 20 Jah­ren Ver­an­la­gungs­dau­er hin­ge­gen gab es in den letz­ten 220 Jah­ren trotz diver­ser Krie­ge und Kri­sen kei­ne Ver­lus­te mit breit gestreu­ten Akti­en.

Bei Anla­gen in Bereich 5 – 20 Jah­re liegt der „risi­ko-opti­ma­le“ Akti­en­an­teil zwi­schen 20 und 90%.

Fazit: kau­fen Sie Anla­gen mit Schwan­kun­gen, aber ohne Risi­ko!

Ökonomie und Ökologie

Michael Scherling am 9. Oktober 2019

Als nach­hal­tig den­ken­der Öko­nom, der in Kür­ze sein Elek­tro­au­to mit selbst erzeug­ter Pho­to­vol­ta­ik-Ener­gie antrei­ben wird, nur regio­na­le Bio­pro­duk­te kauft, kei­ne Fern­rei­sen macht und mit dem Zug ins Büro fährt, schre­cke ich mich doch immer wie­der, wie sehr die fal­schen The­men in den Medi­en dis­ku­tiert wer­den.

Bes­tes Bei­spiel: CO2-Steu­ern: Schwe­den wird als Vor­bild für CO2-Reduk­ti­on genannt. In den ers­ten 18 Jah­ren nach Ein­füh­rung der Steu­er stie­gen die Emis­sio­nen aber kräf­tig wei­ter. Erst der Ein­satz von Bio­die­sel stopp­te den Trend. Dum­mer­wei­se kommt der Roh­stoff dafür (Palm­öl­pro­duk­te!!!) größ­ten­teils aus Malay­sia und Indo­ne­si­en und rich­tet dort wohl viel mehr Scha­den für unser Kli­ma an als die Schwe­den Vor­tei­le haben.

Der wirk­sams­te Kli­ma­schutz ist Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le. Die im Schnitt 1,5 Gebur­ten pro Frau in Euro­pa füh­ren mit­tel­fris­tig auto­ma­tisch zu weni­ger Men­schen und damit weni­ger CO2. Lei­der wer­den Indi­en mit 2,5 Kin­dern pro Frau oder Nige­ria mit 7 Kin­dern unse­ren Pla­ne­ten enorm belas­ten.

Ver­zicht ist Unsinn: so erfreu­lich die Initia­ti­ve jun­ger Men­schen ist, so naiv sind die Lösungs­vor­schlä­ge. 90% der CO2-Belas­tun­gen kom­men nicht aus der EU. Es wäre also sinn­vol­ler, für Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le in Afri­ka und Asi­en zu demons­trie­ren, als für CO2-Reduk­ti­on in Öster­reich.

Ver­trei­ben wir die Pro­duk­ti­on mit hohen CO2-Abga­ben aus Öster­reich, ver­nich­ten wir nicht nur Arbeits­plät­ze, son­dern schä­di­gen das Kli­ma: Der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck ver­dop­pelt sich bei Ver­la­ge­rung ins Aus­land. Wir haben die sau­bers­ten Indus­tri­en welt­weit: die che­mi­sche Indus­trie etwa ver­ur­sacht nur halb so viel Emis­sio­nen wir im EU-Schnitt. Für jede zusätz­li­che Ton­ne CO2 in Öster­reich könn­ten glo­bal 1,9 Ton­nen CO2 ein­ge­spart wer­den.

Wohl­stand ist der bes­te Kli­ma­schutz: die Men­schen, die sich gera­de so viel Koh­le leis­ten kön­nen, um nicht frie­ren zu müs­sen, kön­nen sich nicht den “Luxus” leis­ten, über kli­ma­scho­nen­de Alter­na­ti­ven nach­zu­den­ken. Wir wohl­ha­ben­den Län­der kön­nen das, sind aber in Euro­pa nur für 10% der Emis­sio­nen ver­ant­wort­lich. Wirt­schafts­wachs­tum und die damit ver­bun­de­ne Wohl­stands­ver­meh­rung sind die ein­zi­ge Mög­lich­keit, den Pla­ne­ten zu ret­ten.

Tech­no­lo­gie ist die Lösung: es gibt bereits Algen, die idea­ler Kero­sin­er­satz sind (nur die groß-indus­tri­el­le Pro­duk­ti­on dau­ert noch). Genau wie das Ozon­loch durch Tech­no­lo­gie geschlos­sen wur­de (Ersatz der Flu­or­chlor­koh­len­was­ser­stof­fe), ist auch das Welt­kli­ma nur mit moderns­ter Tech­nik zu ret­ten. Ob das die CO2-Ein­la­ge­rung im Gestein, das Auf­fors­ten der Wäl­der oder Algen­tech­no­lo­gie ist – wir soll­ten die Mil­li­ar­den, die wir durch Wirt­schafts­wachs­tum gene­riert haben, in For­schung ste­cken und den Grün-Popu­lis­ten Ein­halt gebie­ten.

Buch-Tipp: Paul Haw­ken, Draw­down Der Plan

Noch eine Ergän­zung zur Idee des Ver­zichts (Quel­le: Bert Floss­bach, 15.11.2019, www.flossbachvonstorch.at/de/news):

Kann erzwungener Verzicht die Lösung sein?

Abge­se­hen davon, dass es kei­ne legi­ti­mier­te und akzep­tier­te Instanz gibt, die bestim­men kann, was im Ein­zel­fall kon­kret als unver­zicht­bar gilt, mag dies für all jene, die weder auf einen Job noch die Seg­nun­gen der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me ange­wie­sen sind, als gang­ba­rer Weg erschei­nen.

Wer aber einen Arbeits­platz braucht, Leis­tun­gen der Kran­ken­kas­se in Anspruch neh­men möch­te und im Alter auf eine Ren­te ange­wie­sen ist, wird einen Schrump­fungs­kurs der Wirt­schaft mit aller Här­te am eige­nen Lei­be zu spü­ren bekom­men. Eine mas­si­ve Schrumpf­kur führt zu Arbeits­lo­sig­keit, implo­die­ren­den Steu­er­ein­nah­men und – auf­grund der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung – zu einem Kol­laps der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me. Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit, Armut und har­te gesell­schaft­li­che Kon­flik­te wären die Fol­gen. Auch das Kli­ma wür­de lei­den, denn Kli­ma­schutz wäre dann wohl kaum noch auf der Agen­da einer um ihre Exis­tenz kämp­fen­den Bevöl­ke­rung. Die Inno­va­tions- und Inves­ti­ti­ons­dy­na­mik wür­de erlah­men und damit wären sowohl die öko­no­mi­sche als auch die öko­lo­gi­sche Basis heu­ti­ger und zukünf­ti­ger Genera­tio­nen zer­stört.

Spä­tes­tens dann frisst die Revo­lu­ti­on ihre Kin­der, und die heu­te Ankla­gen­den säßen selbst auf der Ankla­ge­bank und müss­ten sich wohl fol­gen­den Vor­wurf anhö­ren: „Wohl­mei­nend habt ihr die Umwelt ret­ten wol­len, doch wie konn­tet ihr nur glau­ben, dass mit der Abschaf­fung der SUVs, ein paar Euro Umwelt­ab­ga­be fürs Flie­gen und Las­ten­rä­dern für den Stadt­ver­kehr der Kli­ma­wan­del zu stop­pen sei? War­um habt ihr euch kon­struk­ti­ven Lösun­gen ver­wei­gert, war­um die Markt­wirt­schaft ver­teu­felt und damit unse­re öko­no­mi­sche Zukunft ver­spielt?“