Arbeit muss sich wieder lohnen!

Michael Scherling am 8. April 2015

Wir haben der­zeit in Öster­reich und Deutsch­land die skur­ri­le Situa­ti­on, dass sich der Staat gra­tis Geld aus­bor­gen kann. Wer­den z.B. Anlei­hen auf 3 oder 5 Jah­re aus­ge­ge­ben, zah­len bei­de Län­der kei­ne Zin­sen dafür.

Durch das dau­er­haft tie­fe Zins­ni­veau sinkt auch die Belas­tung durch die Alt­schul­den. Deutsch­land etwa muss­te 2009 14,5% des Bud­gets für Zins­zah­lun­gen auf­wen­den. Trotz gestie­ge­nem Schul­den­stand waren es 2014 nur noch 9,6% und 2020 rech­net man mit nur 5%.

Die Bud­gets wer­den also durch die Poli­tik der Euro­päi­schen Zen­tral­bank (Tief­zin­sen) deut­lich ent­las­tet. Die mit Abstand bes­te Art, das frei­wer­den­de Geld öko­no­misch sinn­voll ein­zu­set­zen, ist eine mas­si­ve Steu­er­sen­kung!

Lei­der geht die Ten­denz genau in die ande­re Rich­tung: die aktu­el­le klei­ne Ent­las­tung wird durch “Gegen­fi­nan­zie­rungs­maß­nah­men” in Form von neu­en Belas­tun­gen kon­ter­ka­riert und in weni­gen Jah­ren ohne­hin durch die “kal­te Pro­gres­si­on” wie­der auf­ge­fres­sen.

Seit Jah­ren wer­den wir durch mas­si­ve Steu­er- und Gebüh­ren­er­hö­hun­gen genervt. Auch in Berei­chen wo es kom­plett unsin­nig ist: etwa bei der Sekt­steu­er. Seit der ver­stärk­ten Steu­er­be­las­tung ist der Sekt­kon­sum so zurück­ge­gan­gen, dass es kei­ne Mehr­ein­nah­men gibt. Die­ser Effekt ist auch wis­sen­schaft­lich belegt (Laf­fer-Cur­ve).

Glei­ches gilt für Ein­kom­mens­steu­ern: als in Frank­reich der Steu­er­satz auf 75% erhöht wur­de, wan­der­ten die Rei­chen ein­fach aus und die Steu­er­leis­tung stieg nicht.

Ver­mö­gens- und Erb­schafts­steu­ern kann man aus Gerech­tig­keits­grün­den durch­aus recht­fer­ti­gen, aber rele­van­te Ein­nah­men brin­gen sie nicht und sie ver­scheu­chen Leis­tungs­trä­ger und Wohl­ha­ben­de aus Öster­reich.

Also: nut­zen wir die Nied­rig­zin­sen und sen­ken die Lohn- und Ein­kom­mens­steu­ern mas­siv! Dadurch ent­steht in den ers­ten 3 Jah­ren ein Defi­zit, das aber völ­lig egal ist, weil der Staat ja gra­tis Geld auf­neh­men kann. In 3 – 5 Jah­ren kommt das Geld von selbst wie­der her­ein, denn:

+ Die star­ken Geburts­jahr­gän­ge gehen bald in Pen­si­on (im Schnitt mit Alter 58!!!). Neben dem Ver­lust an Erfah­rung und Know How zeich­net sich ein Fach­ar­bei­ter­man­gel ab. Eine star­ke Steu­er­sen­kung wür­de vie­le moti­vie­ren, län­ger im Beruf zu blei­ben, weil es sich wie­der lohnt.

+ Die Beschäf­ti­gung steigt gene­rell, weil mehr Men­schen moti­viert sind, zu arbei­ten, statt von staat­li­cher Unter­stüt­zung zu leben.

+ Schwarz­ar­beit wird unin­ter­es­san­ter. Wenn aber mehr Men­schen offi­zi­ell arbei­ten, stei­gen auch die Steu­er­ein­nah­men.

+ Das Wirt­schafts­wachs­tum zieht an und damit auch das Steu­er­auf­kom­men.

+ Mehr Net­to­ein­nah­men bedeu­tet mehr Kon­sum. Das hilft nicht nur der öster­rei­chi­schen Wirt­schaft (die dann auch wie­der mehr Steu­ern zahlt, wenn sie mehr ver­kau­fen kann), son­dern auch die süd­li­chen Euro­län­der kön­nen mehr in unser Land expor­tie­ren, womit auch die dor­ti­ge Wirt­schaft wächst.

+ Wer­den nur die bes­ten 50 der vom Rech­nungs­hof vor­ge­leg­ten Ein­spa­rungs­maß­nah­men umge­setzt, ist in 3 – 5 Jah­ren trotz einer mas­si­ven Steu­er­sen­kung ein posi­ti­ver Gesamt­ef­fekt sicher!

Fazit: Die obi­gen Zusam­men­hän­ge sind wis­sen­schaft­lich bewie­sen und in vie­len Län­dern erprobt. Sehr selt­sam, dass spe­zi­ell im deutsch­spra­chi­gen Raum nie­mand auf die Idee kommt, sie umzu­set­zen.