Wie geht es Europa?

Michael Scherling am 2. Juni 2015

Abseits von den übli­chen Nach­rich­ten aus den Medi­en, die sich umso bes­ser ver­kau­fen je extre­me­re Mel­dun­gen sie ver­öf­fent­li­chen, möch­te ich ein paar Fac­ts zur öko­no­mi­schen Situa­ti­on in Euro­pa zusam­men­fas­sen:

+ seit 2013 sin­ken die Arbeits­lo­sen­ra­ten in Spa­ni­en und Grie­chen­land

+ Das Kon­junk­tur­kli­ma in Spa­ni­en ist so gut wie seit 2007 nicht mehr

+ Die KFZ-Neu­zu­las­sun­gen stei­gen euro­pa­weit seit 2 Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich

+ Die Kre­dit­ver­ga­be­stan­dards der Ban­ken wer­den locke­rer (erst­mals seit 2007!)

+ Die Ein­zel­han­dels­um­sät­ze stei­gen so stark wie seit 10 Jah­ren nicht mehr

+ Immo­bi­li­en- und Unter­neh­mens­kre­di­te wer­den wie­der ver­stärkt nach­ge­fragt

+ Es gibt kaum Infla­ti­on, aber auch Defla­ti­on ist nicht in Sicht

+ Das Ver­brau­cher­ver­trau­en ist auf 10-Jah­res-Höchst­stand

Selbst­ver­ständ­lich gibt es noch genü­gend Bau­stel­len im Euro­raum, aber gera­de 2015 schaut aus heu­ti­ger Sicht öko­no­misch erfreu­lich aus. Selbst Ereig­nis­se wie ein mög­li­cher Grie­chen­land-Aus­tritt soll­ten nur kurz­fris­ti­ge Wel­len schla­gen. Genie­ßen wir also die Erho­lung — in den nächs­ten Jah­ren kom­men genü­gend Her­aus­for­de­run­gen auf uns zu.

Fazit: Die erfreu­li­che Kom­bi­na­ti­on von tie­fem Ölpreis, nied­ri­gem Euro und Null­zins­po­li­tik der Zen­tral­bank zeigt Wir­kung. Hof­fen wir, dass auch 2016 etwas davon übrig­bleibt.