Bitcoin&Co

Michael Scherling am 13. Dezember 2017

Die Schwei­zer Natio­nal­bank kauft mit künst­lich gedruck­tem Geld welt­weit Fir­men­an­tei­le auf, in Japan sind bald 50% der Staats­schuld in Hän­den der Zen­tral­bank und bei uns wer­den Spar­gut­ha­ben ent­wer­tet, weil der Zins viel gerin­ger als die Infla­ti­ons­ra­te ist.

In Sum­me spricht also Vie­les gegen die Soli­di­tät unse­rer Wäh­run­gen. Kein Wun­der also, dass Kryp­towäh­run­gen gefragt sind. Gepaart mit der Fas­zi­na­ti­on der tech­no­lo­gi­schen Neue­rung Block­chain stei­gen die Kur­se von Kryp­towäh­run­gen mas­siv an und auch in Öster­reich gibt es die ers­ten Bit­coin-Mil­lio­nä­re.

Wer­den nun unse­re Wäh­run­gen spä­tes­tens nach der nächs­ten Finanz­kri­se durch Bitcoin&Co ersetzt?

Durch­set­zen wird sich jeden­falls die dahin­ter­ste­hen­de Tech­no­lo­gie Block­chain, die z.B. sehr gut geeig­net ist, um unser Sys­tem des Grund­buchs kos­ten­güns­tig und effi­zi­ent zu erset­zen.

Eine Eig­nung als Wäh­rung ist aller­dings weni­ger gege­ben:

+ Viel­fach wird argu­men­tiert, dass Bit­coin nicht belie­big ver­mehr­bar ist (wie Gold). Nach­dem es aber inzwi­schen hun­der­te von Kryp­towäh­run­gen gibt und nicht klar ist, wel­che sich durch­set­zen wird (es gibt tech­nisch bes­se­re mit gerin­ge­ren Kos­ten als Bit­coin), sind Kryp­towäh­run­gen sehr wohl ver­mehr­bar.

+ Die erfor­der­li­che enor­me Rech­ner­leis­tung beim Erzeu­gen und Han­deln mit Bit­coin braucht so viel Strom, dass die welt­wei­te Ener­gie­pro­duk­ti­on nicht aus­reicht, um einen brei­ten Ein­satz als Wäh­rung zu ermög­li­chen.

+ Zen­tral­ban­ken und Regie­run­gen las­sen nie­mals zu, dass sie das Mono­pol auf die Wäh­rung ver­lie­ren. Bevor Kryp­towäh­run­gen zur ernst­zu­neh­men­den Alter­na­ti­ve zu unse­ren Wäh­run­gen wer­den, wer­den sie wohl per Gesetz ver­bo­ten. In Chi­na gibt es die ers­ten Anzei­chen dafür.

+ Im Jän­ner fand 80% des weit­wei­ten Han­dels mit Bit­coin in Chi­na statt, im Früh­ling 55% in Japan. War­um? Weil rei­che Chi­ne­sen die Kapi­tal­ver­kehrs­kon­trol­len Chi­nas umgin­gen und Japan Bit­coin lega­li­sier­te, um die­se Gel­der anzu­lo­cken. Der Ruf der Kryp­towäh­run­gen, ein Instru­ment zur För­de­rung ille­ga­ler Akti­vi­tä­ten zu sein, scheint also nicht unge­recht­fer­tigt zu sein.

Fazit: Der Kurs­ver­lauf von Bit­coin ist sehr ähn­lich dem von Tul­pen in Hol­land 1637. Der Anstieg war so stark, dass mit einer Blu­men­zwie­bel ein gan­zes Haus gekauft wer­den konn­te. Nach dem Plat­zen der Tul­pen­bla­se sank der Kurs um über 95%. Ähn­li­ches kann auch Bitcoin&Co pas­sie­ren.