Corona und die ökonomischen Folgen

Michael Scherling am 27. Februar 2020

Ein hoch anste­cken­des, durch die Luft über­tra­ge­nes Patho­gen wie die spa­ni­sche Grip­pe im Jahr 1918 könn­te heu­te laut Exper­ten­aus­sa­gen in weni­gen Mona­ten 33 Mio. Men­schen töten. Auch wenn Coro­na nicht so aggres­siv ist, sind die Aus­wir­kun­gen nicht nur mensch­lich enorm, son­dern auch wirt­schaft­lich:

  • Die Pro­duk­ti­on vie­ler Güter kommt zum Erlie­gen
  • Vie­le Unter­neh­men kön­nen wegen feh­len­der Ein­nah­men kei­ne Löh­ne zah­len und Kre­di­te nicht mehr bedie­nen
  • Ein Kon­junk­tur­ein­bruch ist unver­meid­lich

Brei­tet sich das Virus bei uns ähn­lich wie in Chi­na aus, sind die­se Fol­gen nicht frag­lich, son­dern sicher. Nach­dem ein tota­li­tä­res Sys­tem wie das chi­ne­si­sche viel leich­ter Aus­gangs­sper­ren und rigo­ro­se Kon­trol­len durch­set­zen kann als wir Euro­pä­er, ist eine Ver­brei­tung schwie­rig auf­zu­hal­ten.

Was bedeu­tet das nun für Ver­an­la­gun­gen wie Invest­ment­fonds und Akti­en?

Nach 2 Tagen am wich­tigs­ten Fonds­kon­gress Öster­reichs und einem Mit­tag­essen mit den 3 füh­ren­den Kapi­tal­markt­ex­per­ten des gesam­ten deutsch­spra­chi­gen Raums möch­te ich Ihnen fol­gen­de Zusam­men­fas­sung geben:

Wer den Feh­ler macht, nur in ein­zel­ne Akti­en zu inves­tie­ren, muss mit kon­kurs­be­ding­ten Aus­fäl­len rech­nen. Mit einer brei­ten inter­na­tio­na­len Streu­ung hat man die­ses Pro­blem nicht.

Nach­dem Viren hei­ße Tem­pe­ra­tu­ren nicht gut ver­tra­gen und die medi­zi­ni­sche Bekämp­fung vor­an­schrei­tet, ist Coro­na nach aller Vor­aus­sicht bis Juli weit­ge­hend ver­schwun­den.

Wich­tig: Coro­na ist kein Krieg – es wird nichts dau­er­haft zer­stört. Für einen Anle­ger, der auf 5, 10 oder 15 Jah­re Geld anlegt, ist die Ent­wick­lung Febru­ar bis Juli 2020 irrele­vant.

Die Bewer­tung der Akti­en­märk­te ist nicht höher als vor 30 Jah­ren (und viel güns­ti­ger als vor 20 Jah­ren). Nach­dem sich Immo­bi­li­en­prei­se in 10 Jah­ren ver­dop­pelt haben und Spar­bü­cher, Bau­spar­ver­trä­ge und Anlei­hen kei­ne Ver­zin­sung mehr haben, sind Akti­en­an­la­gen für die nächs­ten 10 Jah­re eine der weni­gen inter­es­san­ten Anla­ge­klas­sen.

Bis heu­te sind die Kur­se vom Höchst­stand um mehr als 10% gesun­ken und somit noch güns­ti­ger gewor­den. Die welt­wei­te Gewinn­ren­di­te der Akti­en­märk­te liegt bei rund 6% und ist damit kon­kur­renz­los hoch.

Fazit: Es ist Zeit, ratio­nal zu agie­ren. Wirk­li­che Pro­fis begin­nen schon, den Akti­en­an­teil zu erhö­hen. Sie soll­ten das auch tun!